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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

Landrat Dieter Harrsen

Dieter Harrsen wurde 1958 geboren und wuchs auf der nordfriesischen Insel Pellworm auf. Er arbeitete u.a. in der Wirtschafts- und Tourismusförderung des Kreises Nordfriesland, bevor er 1991 die Position des Leitenden Verwaltungsbeamten des Amtes Pellworm übernahm. Am 30. September 2007 wurde er in direkter Wahl zum Landrat des Kreises Nordfriesland gewählt. Am 23. August 2013 wurde er – nach Abschaffung der Direktwahl – vom Kreistag erneut für sechs Jahre gewählt.

Größten Wert legt Dieter Harrsen darauf, den Kreis Nordfriesland als eigenständige Gebietskörperschaft zu erhalten: »Wir leben in einem einheitlichen Kultur- und Wirtschaftsraum, mit dem die Menschen sich identifizieren«, sagt er. »Deshalb setzen sich überdurchschnittlich viele Nordfriesinnen und Nordfriesen für ihre Heimat und ihre Mitmenschen ein. Dieses hohe Gut müssen wir unbedingt erhalten.«

Förderer von Kreisvergleichen und Kooperationen

Bei der weiteren Entwicklung der Kreisverwaltung zu einem modernen Dienstleistungsbetrieb verfolgt Harrsen drei Ziele: »Ausschlaggebend sind Wirtschaftlichkeit, Qualität und Bürgernähe«, erklärt er. Um dies zu erreichen, hat er unter anderem ein ausgefeiltes Benchmarking initiiert, an dem sich inzwischen alle Kreise im Lande beteiligen: Sie ermitteln und vergleichen ihre Kennzahlen, um vom jeweils Besten zu lernen und die Verwaltungskosten so gering wie möglich zu halten.

Als sehr wirkungsvoll haben sich auch Kooperationen zwischen Verwaltungen erwiesen. Der Kreis NF ist eine ganze Reihe von Kooperationen eingegangen; Beispiele sind der gemeinsame Betrieb der informationstechnischen Infrastruktur mit dem Kreis Schleswig-Flensburg und die Arbeitsvermittlung für Langzeiterwerbslose mit den Städten und Ämtern. »Wenn etwas gemeinsam billiger oder bei gleichen Kosten in besserer Qualität bearbeitet werden kann, müssen Behörden kooperieren«, hebt der Landrat hervor.

Kampf für die B 5

Als Teamspieler sieht er sich auch bei der deutsch-dänischen Zusammenarbeit, die Entwicklungsimpulse für den Grenzraum setzt. Bis zum April 2012 war Dieter Harrsen zwei Jahre lang Vorsitzender der europäischen Grenzregion Sønderjylland-Schleswig. Auch heute, nach dem turnusgemäßen Wechsel des Vorsitzes, bleibt er im Vorstand der Region aktiv und kümmert sich weiterhin intensiv um dieses Feld.

Die europäische Perspektive bietet ihm die Gelegenheit, auch beim Bohren dicker Bretter ein Stück weiterzukommen, etwa bei der Frage des Ausbaus der Bundesstraße 5. »Die B 5 ist die wirtschaftliche Lebensader des Kreises. Nördlich der Grenze setzt sie sich als A 11 bis Esbjerg fort. Gemeinsam mit den dänischen Partnern und unseren drei südlichen Nachbarkreisen kämpfen wir dafür, dass die überregionale Bedeutung dieser Verkehrsachse für die gesamte Westküste auf allen Regierungsebenen erkannt und das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau beschleunigt wird«, sagt Harrsen.

Einsatz für die Energiewende

Ein anderes Megathema ist der Ausbau der Stromnetze, über die der umweltfreundliche Strom aus Nordfriesland zu den großen Verbrauchern weiter im Süden abfließen soll. Dieter Harrsen: »In Nordfriesland wird 3,59-mal mehr Energie erzeugt, als wir selbst verbrauchen – und zwar ausnahmslos regenerativ. Bei der bundesweiten Energiewende sind wir ganz vorn dabei. Wir arbeiten aktiv am Planfeststellungsverfahren für den Netzausbau mit, damit es innerhalb von vier Jahren abgeschlossen werden kann und nicht doch noch die üblichen zehn Jahre benötigt.«

Chefsache Klimaschutz

Beim Stichwort Energiewende denkt der Landrat nicht nur an zusätzliches Einkommen für die Region, sondern vor allem an den Klimaschutz: Nordfriesland will der klimafreundlichste Kreis Deutschlands werden. Als Verwaltungschef auf Pellworm hat sich Dieter Harrsen um die Zukunftsentwicklung der Halligen gekümmert und weiß, dass der Klimawandel sie in ihrer Existenz bedroht. Er machte den Klimaschutz zur Chefsache und hält den persönlichen Kontakt zu dem Klimaschutzmanager, der das Klimaschutzkonzept des Kreises umsetzt.

Herausforderung demografischer Wandel

Eng begleitet hat Dieter Harrsen die Entstehung des Masterplans Daseinsvorsorge, also die langfristig angelegte Strategie des Kreises zur Abfederung des demografischen Wandels. Mit dem Durchschnittsalter der Bevölkerung nehmen auch die Herausforderungen zu – seien es schrumpfende Schülerzahlen, fehlende Pflegekräfte oder die bauliche Ausstattung der privaten Wohnungen: »Wir brauchen mehr barrierefreie und trotzdem bezahlbare Wohnräume – auch im ländlichen Raum. Gleichzeitig müssen wir die wichtigsten Infrastrukturen dort halten, damit unsere Dörfer nicht ausbluten«, hat Harrsen erkannt. Hier sieht er den gesamten kommunalen Raum in einer Verantwortungsgemeinschaft: »Das wird nur in enger Kooperation aller Ebenen gelingen.«

Verbindungsglied zum Bürger

Soweit sein enger Terminkalender es erlaubt, nimmt Dieter Harrsen gern an Sitzungen von Gemeinde- und Amtsgremien oder an kulturellen Veranstaltungen teil: »Als Landrat sehe ich mich als Verbindungsglied zwischen Verwaltung und Bürgern. Schon so manche gute Idee ist bei solchen Gelegenheiten entstanden«, stellt er fest. Deshalb freue er sich über jedes persönliche Gespräch.

Seit 1979 ist Dieter Harrsen mit seiner Frau Marina verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor. Als jüngste Zuwächse begrüßte die Familie im Juli 2011 den ersten Enkel, Mats-Ingwer, und im Januar 2013 den zweiten, Leon Morten. Inzwischen ist auch Enkelin Mia dazugekommen. Der Landrat ist geprüfter DFB – Schiedsrichter und begeisterter Sportler. Über lange Zeit war er ehrenamtlicher Fußballobmann und Vorstandsmitglied des Sportzentrums Arlewatt. Darüber hinaus engagierte er sich in der Kommunalpolitik.