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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

14.01.2026

Sanierung/Sperrung Eiderbrücke: Gutachten zu wirtschaftlichen Auswirkungen

Eine aktuelle Studie des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft im Auftrag der IHK Flensburg, unterstützt durch den Kreis Nordfriesland, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, den Verein Infrastruktur Westküste/Vestkysten e. V. und den Unternehmensverband Unterelbe-Westküste e. V. zeigt: Eine temporäre Sperrung der Eiderbrücke hätte gravierende Folgen für Pendler, Unternehmen, Tourismus und die Versorgungssicherheit in Nordfriesland und Dithmarschen.

Die Brücke als Teil der überregionalen Nord-Süd-Achse der B 5 und eine der wenigen leistungsfähigen Querungen der Eider wird täglich von über 11.000 Fahrzeugen genutzt – im Sommer steigt das Aufkommen durch touristische Verkehre um bis zu 3.300 Fahrten pro Tag.

Auch für den Schwerlastverkehr mit 400 bis 500 Lkw pro Tag ist die Brücke von zentraler Bedeutung.

Laut Studie würde eine Sperrung zu durchschnittlich 3,5 km längeren Fahrstrecken und 7–8 Minuten zusätzlicher Fahrzeit pro Fahrt führen. Hochgerechnet auf einen Sommermonat entstünden so bis zu 1,35 Millionen zusätzliche Kilometer und 48.100 Stunden Zeitverlust, was erhebliche Produktivitätseinbußen für Unternehmen und Belastungen für Arbeitnehmer bedeuten würde.

Besonders betroffen wäre der Tourismus: In der Hauptreisezeit sind touristische Verkehre für 40 Prozent des Mehraufkommens verantwortlich. Eine eingeschränkte Erreichbarkeit beliebter Ziele würde zu Umsatzeinbußen führen. Auch der Schwerlastverkehr wäre durch Umleitungen überlastet, da alternative Routen wie das Eidersperrwerk oder die Friedrichstädter Brücke kapazitiv begrenzt sind.

Die Analyse berücksichtigt lediglich die direkten Auswirkungen der Sperrung, wie den zusätzlichen Streckenaufwand und verlängerte Fahrzeiten. Zusätzliche Effekte wie Stauzeiten, Spitzenverkehr und sekundäre betriebliche Kosten wie Dispositionsaufwand und Standzeiten sind nicht in den berechneten Zahlen enthalten, dürften jedoch den wirtschaftlichen Schaden erheblich verstärken.

Um diesen abzumildern, fordern die IHK Flensburg und die regionalen Partner deshalb, eine Sperrung zu vermeiden und die Planung für die Sanierungsarbeiten anzupassen. »Das Gutachten zeigt die weitreichenden Folgen einer möglichen Sperrung. Um diese zu verhindern und die verkehrliche Funktion der Verkehrsader langfristig abzusichern, wären ein paralleler Brückenneubau oder eine Ersatzbrücke von Nöten. Gerade vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Gesetzgebungsverfahren auf Bundes- und europäischer Ebene fordern wir die zuständigen Institutionen auf, diese Möglichkeiten in Abstimmung mit dem Bund noch einmal intensiv zu prüfen«, betont Sedef Atasoy, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Flensburg. Die Baumaßnahmen sollten zu dem so koordiniert werden, dass verkehrliche Einschränkungen in touristisch stark frequentierten Zeiträumen vermieden werden. »Gutes Timing und eine zügige Durchführung sind unerlässlich, um die Auswirkungen auf die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten.«

Florian Lorenzen, Landrat von Nordfriesland, bekräftigt diese Forderungen: »Die beste Lösung wäre eine Behelfsbrücke für die Zeit der Bauarbeiten oder ein zeitnaher Ersatzbau, falls der Bundestag in nächster Zeit eine Rechtslage schafft, die das Genehmigungsverfahren hierfür deutlich beschleunigt. Unsere Mindestforderungen sind die kürzestmögliche Vollsperrung der Brücke für den Verkehr, der Einsatz etwa einer Hilfsfahrbahnplatte zur einspurigen Verkehrsführung sowie die vollständige und rechtzeitige Abstimmung sämtlicher Straßenbaumaßnahmen in der Umgebung. Die Einschränkungen für Bevölkerung und Unternehmen müssen so gering wie möglich gehalten werden.«

Dithmarschens Landrat Thorben Schütt betont: »Das Gutachten zeigt erneut auf, welche zentrale Bedeutung die Eiderbrücke für die Region hat. Deshalb müssen alle Maßnahmen zur Ertüchtigung dieser Verkehrsverbindung so umgesetzt werden, dass keine übermäßige Belastung vor Ort entsteht. Einschränkungen für die Bevölkerung, die Wirtschaft, den Tourismus und die Daseinsvorsorge sind dringend so weit wie möglich zu vermeiden. Gerade beim Katastrophenschutz und der Unfallversorgung zählt jede Sekunde.«

Dies ist eine Pressemitteilung der IHK Flensburg. Kontakt:

Ansprechpartner/E-Mail
Michael Lohmann/ michael.lohmann@flensburg.ihk.de 
Telefon: 04841-801012

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