40 Jahre »Raritäten der Klaviermusik« – Jubiläum im Schloss vor Husum
Zum 40. Mal lädt das renommierte, traditionsreiche Festival »Raritäten der Klaviermusik« in diesem Jahr in das stimmungsvolle Ambiente des Schlosses vor Husum ein – vom 22. bis 29. August 2026. Bereits seit vier Jahrzehnten steht es für musikalische Entdeckungen abseits des gängigen Repertoires und hat sich weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Und so kommen auch aus dem Ausland immer wieder Gäste speziell für die Veranstaltung nach Husum.
Auch in seinem Jubiläumsjahr bleibt sich das Festival treu: Herausragende Pianistinnen und Pianisten präsentieren selten gespielte Werke – von vergessenen Komponisten bis hin zu kaum gehörten Stücken bekannter Meister.
»Die mittlerweile 40-jährige Erfolgsgeschichte der Konzertreihe beweist, dass diese Idee auf offene Ohren stößt. Die Resonanz ist jeher voller Begeisterung. Einen großen Anteil daran hat Peter Froundjian als künstlerischer Leiter. Für sein herausragendes Engagement danke ich ihm von Herzen. Zu dem besonderen Anlass wird er übrigens selbst an einem Abend ein Konzert spielen. Das Publikum darf sich zum Jubiläum erneut auf ein besonders facettenreiches Programm freuen, das musikalische Neugier weckt und neue Klangwelten erschließt«, betont Landrat Florian Lorenzen.
Neun namenhaften Künstlerinnen und Künstler bescheren den Zuhörenden 2026 ein besonderes Klangerlebnis: Ludmila Berlinskaya und Arthur Ancelle (Frankreich), Emanuele Delucchi (Italien), Lukas Geniušas (Russland/Litauen), Peter Froundjian (Deutschland), Claire Huangci (USA), Artur Pizarro (Portugal), Nadejda Vlaeva (Bulgarien) sowie Marc-André Hamelin (Kanada).
Details zum Programm:
Das Duo Berlinskaya/Ancelle, das seit 2011 gemeinsam auftritt, hat ein Repertoire, das die größten Hits für zwei Klaviere und vier Hände sowie seltene Werke mit Eigenkompositionen und neuen Transkriptionen umfasst. Am Eröffnungsabend präsentieren sie Kompositionen von Cécile Chaminade, Francis Poulenc und Anton Arensky.
Emanuele Delucchi lässt eines der sensationellsten Debüts eines Pianisten in der Geschichte der Klavierabende aufleben. Er spielt die 16 Studien über die Etüden von Chopin in der Reihenfolge, wie es der Komponist Leopold Godowsky selber am 6. Dezember 1900 sowie am 16. Januar 1901 im Beethoven-Saal in Berlin tat.
Die beiden ersten Konzertabende werden von Deutschlandfunk Kultur mitgeschnitten. Das Sendedatum wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Im Konzert von Lukas Geniušas darf sich das Publikum auf die Gegenüberstellung von jeweils acht Kinderstücken der Komponisten Arthur Lourié und Ignaz Friedman freuen. Am vierten Klavierabend entführt Peter Froundjian die Anwesenden in die Welt skandinavischer Komponistinnen und Komponisten. Er präsentiert Klavierwerke unter anderem von J.P.E. Hartmann, Hilda Sehested, Christian Sinding, Selim Palmgren und Adolf Wiklund.
Die Pianistin Claire Huangci spielt im ersten Teil ihres Konzertes ausschließlich Stücke der Komponistinnen Fanny Hensel, Clara Schumann, Amy Beach und Florence Price. Im zweiten Teil widmet sie sich gewichtigen Werken von John Corigliano und Samuel Barber.
Während seines Abends präsentiert Artur Pizarro die in Deutschland immer noch nicht genug gewürdigten »Dix Pièces pittoresques« von Emmanuel Chabrier – das im Grunde erste Werk des sogenannten musikalischen Impressionismus. Im Anschluss nimmt er das Publikum mit auf eine musikalische Reise in seine Heimat und lässt Werke zweier portugiesischer Komponisten des 20. Jahrhunderts erklingen.
Die bulgarische Pianistin Nadejda Vlaeva spielt am vorletzten Festivalabend ausschließlich Werke von Schülern Franz Liszts – darunter Emil von Sauer, Moriz Rosenthal, Felix Weingartner, Károl Aggházy und Giuseppe Ferrata. Den Abschluss bildet das Konzert des mittlerweile weltberühmten Pianisten Marc-André Hamelin – der Künstler, der in 40 Festivaljahren am meisten zu hören war. Im ersten Teil spielt er unter anderem seine eigene Komposition »Suite à l’ancienne«, bevor er sich im zweiten Teil des Konzertes ausschließlich dem Brasilianer Radamés Gnattali widmet.
Während des Festivals wirft die diesjährige, von Peter Seidle kuratierte Ausstellung im Foyer des Schlosses ein Licht auf den Komponisten, Pianisten und Autor Walter Niemann (1876 - 1953). Er stammte aus einem alten nordfriesischen Kirchenmusikergeschlecht und galt als einer der besten Kenner der Pianisten-Szene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Am Sonnabend, dem 29. August 2026 wird zudem um 11 Uhr im Südflügelsaal ein Film über den polnischen Pianisten und Komponisten Josef Hofmann (1876 - 1957) gezeigt. Er war nebenbei auch Erfinder und meldete über 70 Patente an. Die Einführung dazu gibt der polnische Journalist Jakob Puchalski aus Warschau. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Der Eintritt ist frei.
Im Jubiläumsjahr darf das beliebte englischsprachige »Piano-Quiz« nicht fehlen. Im Rahmen einer Matinée findet es am Sonntag, dem 23. August 2026, um 11 Uhr statt. Wer sein Wissen über das Klavier, das Klavierrepertoire und die Aufnahmen berühmter Pianistinnen und Pianisten testen oder wunderbare Klavierstücke genießen möchte, ist hierzu herzlich eingeladen. Wie gewohnt präsentiert der renommierte englische Kritiker Jeremy Nicholas das Quiz.
Die »Raritäten der Klaviermusik« der Stiftung Nordfriesland werden unterstützt und gefördert vom Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, der Stadt Husum, der Tourismus und Stadtmarketing Husum GmbH, der Nospa Kulturstiftung Nordfriesland, der Mariann Steegmann Foundation, dem Förderverein »Raritäten der Klaviermusik e.V.«, dem Kulturpartner NDR Kultur, Deutschlandfunk Kultur sowie dem Ticketpartner Reservix.
Hinweise zum Kartenvorverkauf:
Abonnements und Karten für Fördervereinsmitglieder konnten in den vergangenen Wochen bereits erworben werden. Der reguläre Kartenvorverkauf für Einzelkarten startet am 27. April 2026. Ausführliche Informationen zu den Kartenpreisen, den Bestellmöglichkeiten, den Ermäßigungen und den Vorverkaufsstellen finden Interessierte unter www.piano-festival-husum.com.
