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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

19.12.2014

Bürgernetzwerk Nordfriesland hat sich prächtig entwickelt

Am 15. Dezember 2014 berichtete das Bürgernetzwerk Nordfriesland in einem Pressegespräch im Husumer Kreishaus über seine Aktivitäten des laufenden Jahres.

Landrat Dieter Harrsen bekundete seinen Respekt: »Was hier auf ehrenamtlicher Basis geleistet wurde, hat mich tief beeindruckt. Diese Bilanz kann sich sehen lassen.«

Eine ganze Reihe von Veranstaltungen ließen Günther Jacob und Günter Vogt, zwei altgediente Bürgernetzwerker, Revue passieren: Mit dem Ziel, interessierte Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen oder an geeignete Vereine zu vermitteln, haben sie einen Informationsstand bei den Messen der Handels- und Gewerbevereine in Leck und Garding besetzt und den beliebten Flugtag für behinderte Menschen in Leck unterstützt.

»Man darf nicht warten, bis die Leute einen ansprechen, sondern muss selbst aktiv auf sie zugehen«, verriet Günter Vogt sein Erfolgsgeheimnis.

»Sobald Bürger Interesse am Netzwerk bekunden, halten wir regelmäßigen Kontakt mit ihnen«, ergänzte Günther Jacob: »Wir rufen an, fragen, wie es geht, und können ihnen oft auch ehrenamtliche Stellen anbieten, die wir in unserer Datenbank gefunden haben.«

Vom Brauchen und Gebrauchtwerden

Der Höhepunkt des Jahres war der vom Bürgernetzwerk initiierte Kurs »Vom Brauchen und Gebrauchtwerden – Netzwerke zur lebendigen Nachbarschaftshilfe an der Westküste«. Viele der 38 Teilnehmer kamen mit konkreten Ideen für Projekte zur Nachbarschaftshilfe und lebendigen Quartiersgestaltung nach Leck. »Dort haben wir ganz tolle, aktive Menschen kennengelernt«, erinnerte sich Günter Jacob.

Jeder kann etwas beitragen

Zu ihnen gehört Ulla Repen. Gemeinsam mit vier anderen Frauen organisiert sie eine Tauschbörse für Dienstleistungen in Bredstedt: »Ein Mensch kann vielleicht gut Unkraut jäten, ein anderer besser Kuchen backen. Mit der ›Machbarschaft Bredstedt und Umgebung‹ will Frau Repen sie zusammenbringen«, beschrieb Günter Vogt das Prinzip.

Noch feilen die Frauen an ihrem Flyer und einer Internetseite. Anfang nächsten Jahres wollen sie ihr Konzept öffentlich vorstellen.

»Durch das Tauschsystem wird das Gefühl der Hilfebedürftigkeit vermieden, weil jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst etwas leistet«, hob Ulrike-Beate Blum hervor. »Gemeinschaftlich etwas aufzubauen, bereitet Freude. Das Bürgernetzwerk bringt engagierte Menschen zusammen und dient dem Gemeinwohl der Nordfriesen.«

Sie ist im Husumer Kreishaus die Ansprechpartnerin für Konzepte zur Abfederung des demografischen Wandels und betreut auch das Bürgernetzwerk.

Vernetzungstreffen in Niebüll

Ulla Repen verdankt dem Netzwerk unter anderem Tipps für die Einrichtung einer kostenlosen Internetseite. Um mit Menschen wie ihr oder den Initiatoren der Bürgerstiftung Klixbüll den Kontakt zu halten und sich gegenseitig beraten und unterstützen zu können, lud das Bürgernetzwerk alle Teilnehmer des Nachbarschaftshilfekurses Ende November zu einem Vernetzungstreffen in Niebüll ein.

Bürgermeister Jochen Schweizer aus der Gemeinde Klixbüll und seine Frau arbeiten mit dem Netzwerk zusammen. Sogar auf der Internetseite ihrer Gemeinde befindet sich neuerdings ein Hinweis zum Bürgernetzwerk Nordfriesland.

Einsatz für eine sinnvolle Sache

Das Bürgernetzwerk sucht auch für sich selbst neue Mitwirkende. »So sind wir dazu gekommen«, berichteten Gudrun und Rolf Niemeyer: Sie hatten an dem Kurs in Leck teilgenommen und gehören nun, wie auch Ulla Repen, zum Team des Bürgernetzwerkes.

»Wir sind Rentner, stecken aber noch voller Saft und Kraft – und wer rastet, der rostet«, sagte Gudrun Niemeyer mit leichtem Augenzwinkern.

»Außerdem ist es ein gutes Gefühl, sich ohne Zwang für eine sinnvolle Sache einzusetzen und vielleicht die Gesellschaft ein Stück weit schöner und menschlicher zu machen.«

Im ganzen Kreisgebiet vernetzt

Landrat Dieter Harrsen hört das ganze Jahr hindurch immer wieder vom Bürgernetzwerk: »Wenn ich an Sitzungen von Gemeindevertretungen oder Amtsausschüssen teilnehme, wird immer wieder davon gesprochen, dass das Netzwerk hier unterstützt, dort verzahnt, guten Ideen Geburtshilfe leistet und die Menschen zueinander bringt. Ich habe den Eindruck, dass die Mitwirkenden im ganzen Kreisgebiet bestens vernetzt und noch lange nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt sind. Dafür möchte ich allen Beteiligten ganz herzlich danken.«

Regelmäßige Sprechstunden

Das Bürgernetzwerk ist unter der kostenlosen Rufnummer 0 800 0800 676 oder über 04841 67-450 zu erreichen. Es bietet regelmäßige Sprechstunden in den Amtsgebäuden der Ämter Südtondern und Eiderstedt sowie im Breklumer Sozialzentrum an. Weitere Informationen zum bürgerschaftlichen Engagement gibt es auch auf dieser Seite unter LINKS.