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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

04.01.2021

Corona-Impfzentrum Husum nimmt Betrieb auf

Heute (4. Januar) haben die stationären Corona-Impfzentren in Schleswig-Holstein mit den Impfungen begonnen – vorerst eines pro Kreis. In Nordfriesland ist dieses Impfzentrum in der Husumer Messehalle (Am Messeplatz 12–18) angesiedelt. Um 13 Uhr fiel dort der Startschuss für die ersten Impfungen.

Gute Vorbereitung zahlt sich aus

Wenn die Menge an verfügbarem Impfstoff steigt, soll auch das Niebüller Impfzentrum den Betrieb aufnehmen. »Beide Impfzentren wurden bereits im November und Dezember für diese Aufgabe eingerichtet und stehen seitdem im ›Stand-by-Modus‹«, erinnert Landrat Florian Lorenzen an die gute Kooperation zwischen der Husumer Messegesellschaft, der Jugendherberge Niebüll sowie Gesundheitsamt, Katastrophenschutz und Liegenschaftsverwaltung des Kreises Nordfriesland. »Von allen Beteiligten wurde in hohem Tempo einiges an Koordination und Logistik gestemmt, damit jetzt keine Zeit verlorengeht.« Auch die Inseln und Halligen werden nicht vergessen: Das Land Schleswig-Holstein arbeitet im Austausch mit der Insel- und Halligkonferenz und dem Kreis Nordfriesland an einer Sonderlösung.

Begrenzte Verfügbarkeit an Impfstoff

Dass der Start trotz der guten Vorbereitung wie erwartet gebremst verläuft, liegt an der entscheidenden Komponente: Der begrenzten Verfügbarkeit des Impfstoffs. Im Jahresverlauf soll die Menge an Impfstoff nach den Planungen der Bundesregierung deutlich ansteigen. Erst einmal hat das Husumer Impfzentrum täglich von 13 bis 18 Uhr geöffnet. In der ersten Betriebswoche wird der Impfstoff für etwa 500 Impfungen ausreichen. Dementsprechend nahm heute zunächst eine der Impfstraßen in der Husumer Messehalle den Betrieb auf – mit etwa zwölf Impfungen pro Stunde. Wenn sich die Abläufe eingespielt haben, lässt sich diese Kapazität auf 15 Impfungen stündlich erhöhen. Zudem können, sobald mehr Impfstoff verfügbar ist, weitere Impfstraßen aktiviert werden. 

Impflinge in guten Händen

Während der Kreis sich um die Infrastruktur gekümmert hat, steht der eigentliche Betrieb der Impfzentren in der Verantwortung des Landes. In dessen Auftrag hat die Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) Fachpersonal engagiert, damit sich die Impflinge in guten Händen wissen. Ärztinnen und Ärzte werden unterstützt von Mitarbeitenden des Deutschen Roten Kreuzes und der Bundeswehr. Dafür, dass der Start in den jeweiligen Impftag überhaupt glücken kann, sorgt das Technische Hilfswerk: Es liefert die Tagesration an Impfstoff jeden Morgen an. »Es ist schon beachtenswert, wie viele Freiwillige hier an einem Strang ziehen und sich binnen kurzer Zeit in den Dienst des Impfzentrums gestellt haben«, freut sich der Allgemeinmediziner Mark Weinhonig auf die Zusammenarbeit. Er koordiniert für die KVSH von ärztlicher Seite die nordfriesischen Impfzentren. »Die Impflinge werden bei dieser Impfung genauso fachlich begleitet, wie sie es von Impfungen aus Ihrer Hausarztpraxis kennen«, sichert Weinhonig zu.

Extra Busanbindung an Impfzentrum

Die Stadt Husum unterstützt den Betrieb des Impfzentrums durch einen Ausbau des Stadtbusangebots. Die Linie 4 hält ab sofort auch an der extra eingerichteten Haltestelle »Messehalle/Impfzentrum«. Damit können auch Personen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, das Impfzentrum besser erreichen. Die Stadtbuslinie 4 fährt montags bis samstags alle 30 Minuten vom Husumer ZOB in nur acht Minuten zum Impfzentrum. Die genauen Betriebszeiten der Linie 4 und weitere Hinweise hat die Stadt unter www.husum-bus-impfzentrum.de  zusammengestellt. Wer mit der Bahn nach Husum kommt, erreicht den ZOB nach wenigen Minuten Fußweg oder alternativ über die Linien 1 und 5, die gegenüber vom Bahnhofsgebäude an der Haltestelle »Bahnhof, Herzog-Adolf-Straße« halten. Landrat Lorenzen ist der Stadt Husum für dieses Angebot sehr dankbar: »Ein Impfzentrum mit allem Drum und Dran in so kurzer Zeit zu realisieren, braucht das Zusammenwirken verschiedenster Akteure. Die Stadt steuert mit dem HusumBus einen wichtigen Baustein bei.«

Landrat Lorenzen bittet alle Nutzerinnen und Nutzer von Bus und Bahn, um Frust zu vermeiden, bei der Terminbuchung auf die Fahrpläne zu achten. Zwar würden der HusumBus und der Husum OrderBus die momentanen Öffnungszeiten des Impfzentrums abdecken, aber je nach Wohnort müssten auch die Fahrpläne der regionalen (Ruf-)Busse und Züge nach und aus Husum beachtet werden. Dort sei die Taktung der Fahrten naturgemäß geringer als in der Stadt, sodass das Impfzentrum in einigen Zeiträumen weniger erreichbar sei. Je nachdem, von wo man anreist, empfiehlt es sich gegebenenfalls auch, direkt mit dem Regionalverkehr das Messegelände anzusteuern. So werde die Haltestelle »Flensburger Chaussee« weiterhin direkt von den Regionalverkehren bedient. Insbesondere für aus dem Norden kommende Anreisende wäre es wenig praktikabel, erst in die Stadt zu fahren, um dann vom ZOB mit dem HusumBus wieder zurück Richtung Messegelände zu fahren. Die Fahrpläne sind unter www.bahn.de und www.nordfriesland.de/busfahrpläne einzusehen. Telefonische Fahrplanauskünfte erteilt der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein unter Telefon 0431/660 19 449.

Buchungen per Hotline oder Internet

Die Buchung der Impftermine erfolgt weiterhin über die vom Land Schleswig-Holstein organisierten Wege: Über die Webseite www.impfen-sh.de und über die Hotline 116117. Vor Ort im Impfzentrum können keine Termine vereinbart werden. Auch die Kreisverwaltung vergibt keine Corona-Impftermine.

Beim ersten Buchungsdurchgang waren die Termine schnell restlos vergeben. Wegen der begrenzten Verfügbarkeit des Impfstoffes, werden die Plätze auch in der näheren Zukunft noch schnell vergriffen sein. Die nächste Chance auf einen Termin haben Impfberechtigte ab dem 5. Januar. Dann startet die nächste Buchungsphase. Wer aktuell impfberechtigt ist und weitere Antworten rund um die Corona-Impfungen sind unter www.t1p.de/impfung-sh zu finden. Landrat Lorenzen schließt sich der Bitte von Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg an, geduldig zu bleiben. »Die Impfung ist eine sehr große Chance, dieser Pandemie Herr zu werden. Auch wenn es dauern wird, bis alle Impfwilligen an der Reihe sind, lohnt es sich, am Ball zu bleiben«, appelliert Lorenzen an die Nordfriesinnen und Nordfriesen, auch nach mehreren Anläufen weiterhin zu versuchen, einen Termin zu bekommen.