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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

30.01.2021

Kliniken in Husum und Niebüll nehmen Betrieb wieder auf

Der Belegungsstopp der Kliniken in Husum und Niebüll wird beendet. Sie gehen stufenweise wieder in den Normalbetrieb über: Am Sonntag, dem 31. Januar, steht die Klinik Niebüll ab 6 Uhr wieder vollständig zur Verfügung. Das Krankenhaus in Husum öffnet am Montag um 6 Uhr seine Pforten für Notfälle und die Geburtshilfe. Auch die Medizinischen Versorgungszentren mit den Facharztpraxen an beiden Standorten nehmen ihren Betrieb wieder auf. Patienten, deren geplante Behandlungen in der letzten Zeit verschoben worden sind, werden angerufen, um neue Termine zu vereinbaren.

Die dritte Reihentestung aller Mitarbeitenden am 28./29. Januar hat für Niebüll gar keine und für Husum lediglich drei neue positive Befunde erbracht, bei denen aufgrund des bisherigen Ermittlungsergebnisses jedoch eine Ansteckung außerhalb des Klinikums anzunehmen ist. »Diese geringe Zahl an Neuinfektionen und erste Erkenntnisse, dass unsere nochmalig ausgeweiteten Hygienemaßnahmen greifen, zeigen, dass der Belegungsstopp nicht mehr erforderlich ist.

Wir haben genügend Personal, um den kommenden Betrieb mit einem speziellen Übergangskonzept rund um die Uhr zu gewährleisten«, erklärt Stephan W. Unger, der Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland. In der Klinik Husum werden dabei die »Alt«- und die »Neupatienten« völlig voneinander getrennt. Das erfordert zwei gesonderte Behandlungsteams, die die voneinander getrennt liegenden Patienten versorgen. »Zudem werden in den Covid-freien Stationen in Husum und Niebüll die Zimmer nur jeweils mit einem Patienten belegt«, erläutert Unger. »Diese Vorgehensweisen stellen eine große Herausforderung für unsere personellen und räumlichen Kapazitäten dar.«

»Die in den letzten beiden Wochen zusätzlich ergriffenen Maßnahmen zeigen Wirkung. Das ist eine große Beruhigung für uns alle«, sagt Landrat Florian Lorenzen. Dennoch will er noch nicht von einer vollständigen Entwarnung sprechen: »Das Klinikum wird die erhöhten Sicherheitsstandards fortsetzen, mit denen es deutlich über die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes und die Vorgaben der nationalen Teststrategie hinausgeht. Und selbstverständlich werden wir als Gesundheitsamt die weitere Entwicklung eng begleiten.«

So werden alle Mitarbeiter der Klinikum Nordfriesland gGmbH mit Patientenkontakt beziehungsweise mit Tätigkeiten in der Patientenversorgung zweimal pro Woche mit einem Antigen-Test und ein drittes Mal mit einem PCR-Test auf Covid-19 untersucht. Wer in der Notaufnahme, Intensivstation, Radiologie, Geburtshilfe und der Covid-19 Station in Husum arbeitet, muss sich sogar an jedem einzelnen Werktag einem Test unterziehen. Auch wer keinen Patientenkontakt hat, macht einmal wöchentlich einen PCR-Test. Innerhalb des Klinikums gelten für Mitarbeiter weitere Sicherheitsmaßnahmen wie etwa, Pausen nur einzeln verbringen zu dürfen.

»Das geht an die Substanz. Und wir dürfen nicht vergessen, dass die zweiwöchige Arbeitsquarantäne, die allen Mitarbeitenden der Stationen auch privat sämtliche Kontakte untersagt hat, gerade erst beendet worden ist. Trotzdem stelle ich eine hohe Akzeptanz der Maßnahmen bei allen Beschäftigten fest«, freut sich Geschäftsführer Unger über die hohe Motivation der Klinikmitarbeiter.

Trotz intensiver Suche und umfangreicher Nachverfolgungen konnte die Ursache des Corona-Ausbruches mit insgesamt über 200 infizierten Mitarbeitern und Patienten noch nicht abschließend ermittelt werden.

»Es ist nicht erkennbar, dass im Hygienekonzept oder im Verhalten der Beschäftigten Fehler vorliegen«, fasst Unger die bisherigen Ergebnisse zusammen. Wie seit vielen Jahren erfährt das Klinikum eine enge Abstimmung und Betreuung durch die Fachabteilung für Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. In den kommenden Tagen erfolgt eine ergänzende Überprüfung des Hygienekonzepts durch die Fachleute dieser Abteilung vor Ort. Ziel aller Maßnahmen des Klinikums ist es, erneute Ausbrüche mit höchstmöglicher Sicherheit auszuschließen.

»Auch wenn es zwei Wochen gedauert hat und eine arge Strapaze für alle Betroffenen war, hat sich der Belegungsstopp bewährt. Er hat uns den Freiraum für eine Kontaktreduzierung, eine intensive Grunddesinfektion aller Räume und für die nochmalige Verschärfung der Hygiene- und Testkonzepte verschafft«, fasst Landrat Florian Lorenzen zusammen. »Wir sind alle sehr erleichtert, dass wir unserer Bevölkerung in einem ersten Schritt wieder die gewohnte Notfallversorgung bieten können und dass unser Rettungsdienst die nächstgelegene Notaufnahme nun wieder schneller erreicht.«

Lorenzen und Unger danken allen Beschäftigten des Klinikums, des Gesundheitsamtes und der externen Unterstützer für ihren erheblichen Einsatz während des Belegungsstopps: »Ein solches Maß an Disziplin und Engagement in so schwierigen Zeiten ist keineswegs selbstverständlich. Ganz Nordfriesland kann sich sehr glücklich schätzen, so hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seinen beiden größten Akutkrankenhäusern zu haben.«

Geschäftsführer und Landrat danken zudem den umliegenden Kliniken, die in der letzten Zeit alle Notfälle aus Nordfriesland aufnehmen mussten: »Die Corona-Pandemie verlangt auch ihnen einen deutlich höheren Aufwand als üblich ab, und dass dann noch unsere Notfälle dazukamen, hat ihre Belastung noch einmal verschärft. So etwas kann wirklich nur eine begrenzte Zeit funktionieren. Wir freuen uns, diese Phase überwunden zu haben, und danken allen ganz herzlich für die Unterstützung!«

Die Entscheidung für den Beginn ebenso wie für die Beendigung des Belegungsstopps stimmten Klinikum und Kreis in Videokonferenzen mit Fachleuten des Sozialministeriums ab. »Auch ihnen gilt unser ausdrücklicher Dank. Ihre intensive konstruktive Begleitung und ihre fundierten Einschätzungen der Situation haben uns während der gesamten Zeit sehr geholfen«, unterstreicht Florian Lorenzen.