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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

23.02.2018

Kreis NF lädt zu Rufbus-Veranstaltungen ein

Der Kreis Nordfriesland lädt alle Interessierten zu einer kreisweiten Veranstaltungsreihe ein. »Zentrales Thema ist die Einführung des Rufbussystems ab August«, erklärt Landrat Dieter Harrsen. »Wir wollen das System erläutern, mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen und Ideen zur Verbesserung der Planungen aufnehmen.« Ein Beispiel sei die Frage, wo noch Haltestellen fehlen.

»Wir hoffen, dass zu unseren Veranstaltungen insbesondere viele Multiplikatoren kommen, die das Thema dann in der Region weitertragen«, ergänzt Burkhard Jansen, der Leiter des Fachbereiches Kreisentwicklung, Bau, Umwelt und Kultur des Kreises. Gemeint sind Aktive aus Feuerwehr, Kirche, Diakonie, DRK, AWO, Landfrauen-, Sport- und anderen Vereinen oder AktivRegionen.

Ab Anfang August 2018 will der Kreis im Norden und Süden des Kreisgebietes Rufbusse einführen, der Bereich NF-Mitte folgt im August 2019. Ab dann sollen die kleineren Gemeinden nicht mehr nur durch den Schülerverkehr, sondern auch durch Rufbusse an ihre jeweiligen zentralen Orte angebunden werden. Dort bestehen Anschlüsse an weitere Bus- oder Bahnverkehre.

Fahrgäste müssen den Rufbus mindestens eine Stunde vor der im Fahrplan angebotenen Fahrt telefonisch vorbestellen. Zu benennen sind die Abfahrtshaltestelle, der Zielort und die Anzahl der Personen.

Rufbus schneller als Linienbus

Der Rufbus fährt also nur bei Bedarf. Er fährt nicht wie ein Taxi von Haustür zu Haustür, sondern hält wie ein Linienbus an den ausgeschilderten Haltestellen – allerdings nur an denen, die der Fahrgast im Telefonat angegeben hat. Weil er nicht jede Haltestelle anfahren muss, ist der Rufbus meist schneller als ein Linienbus.

Fahrtenangebot wird ausgeweitet

»Mit dem Rufbus werden in einigen Gebieten deutlich mehr Fahrten als bisher angeboten«, erläutert Anne-Kathrin Marggraf, die ÖPNV-Fachfrau des Kreises Kreisverwaltung. Gemeinsam mit Burkhard Jansen und ihrem Kollegen Momme Zuppelli wird sie eine »Tournee« durch das Kreisgebiet unternehmen.

Die Termine ihrer Informations- und Diskussionsveranstaltungen sind im Internet unter Nordfriesland.de/Rufbus zu finden. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich online zu den Veranstaltungen anzumelden.

Rufbus sichert Lebensqualität im ländlichen Raum

»Die Bedeutung des Rufbusses ist kaum zu überschätzen«, wirbt Landrat Dieter Harrsen für das Projekt. »Hier wird eine zukunftsträchtige Idee Wirklichkeit, die die Lebensqualität im ländlichen Raum auch in Zeiten des demographischen Wandels sichert.«

Harrsen zufolge ist die Mobilität der ausschlaggebende Faktor bei der Frage, ob Menschen im Alter in ihren Heimatgemeinden wohnen bleiben können, statt in die zentralen Orte zu ziehen.

»Der Rufbus ermöglicht es ihnen, auch ohne eigenes Auto etwa zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkaufen zu fahren«, erklärt er.

Weitere Verbesserungen im ÖPNV

Auch auf den Hauptverkehrslinien wird der Kreis das Angebot verbessern. Sie verbinden die größeren Orte und die zentralen Punkte in den Rufbusgebieten miteinander.

Auf den Hauptlinien sollen die Busse mindestens im Zwei-Stunden-Takt fahren – und zwar nicht nur an Werktagen, sondern auch an Wochenenden, in der Schulzeit ebenso wie in den Ferien.

Sogar neue Linien werden entstehen, etwa im Bereich Neukirchen-Klanxbüll.

Ohne Fahrgäste kein Rufbussystem

Allerdings kosten die Neuerungen viel Geld: Momentan rechnet die Verwaltung mit Mehrausgaben im siebenstelligen Bereich.

»Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass der Rufbus sinnvoll genutzt wird. Jahrelange Defizite kann der Kreis sich kaum leisten. Wir hoffen, das neue Angebot mit unserer Veranstaltungsreihe und einer geplanten Werbekampagne so bekannt zu machen, dass fast jeder in Nordfriesland den Rufbus kennt und auch gern nutzt«, betont Burkhard Jansen.

Erste Veranstaltung am 27. Februar

Die Veranstaltungsreihe zum Rufbus beginnt am 27. Februar 2018 um 19 Uhr im Sitzungsraum der Kurverwaltung auf Nordstrand, Schulweg 4.