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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

11.11.2016

Nachbarschaftshelfer/-innen für Pflegebedürftige: Erfolgreicher Kurs in Husum

»Durch den Besuch des Kurses fühle ich mich sicherer im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen. Außerdem verstehe ich nun die rechtlichen Rahmenbedingungen der Nachbarschaftshilfe« – so die Reaktion einer Teilnehmerin eines Seminars für künftige ehrenamtliche Helfer/-innen von Pflegebedürftigen, das Ende Oktober in Husum stattfand.

Eingeladen hatten der Pflegestützpunkt im Kreis Nordfriesland und das Kompetenzzentrum Demenz der Alzheimer-Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. (AGSH). Arne Hansen und Lennart Sandvoss vom Pflegestützpunkt begrüßten die Teilnehmer, die AGSH führte die Veranstaltung durch. Gekommen waren neunzehn Menschen, die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen unterstützen möchten.

In den Mittelpunkt des Seminars stellten die beiden erfahrenen Referentinnen, Anne Brandt und Daniel Hoffmann, die sogenannten »Nachbarschaftshelfer/-innen«: Seit letztem Jahr steht allen Menschen mit einer Demenzerkrankung oder einer Pflegestufe die Möglichkeit offen, neben ambulanten Pflegediensten auch ehrenamtliche Helfer für einfache Hilfen wie die Betreuung zuhause oder die sinnvolle Beschäftigung der Erkrankten einzusetzen.

Die Kosten übernimmt die Pflegeversicherung: 104 Euro im Monat stehen den Versicherten zu, ab 2017 sind es 125 Euro. Pflegerische Tätigkeiten, die üblicherweise Pflegedienste oder Angehörige leisten, sind nicht förderfähig.

Erhebliche Entlastung der Angehörigen

»Angehörige von Pflegebedürftigen sind oftmals außergewöhnlichen Belastungen ausgesetzt. Nachbarschaftshelfer können sie stundenweise erheblich entlasten. Es gibt einen immensen Bedarf für diese niedrigschwelligen Hilfen«, weiß Lennart Sandvoss vom Pflegestützpunkt. Wer selbst als Nachbarschaftshelfer tätig werden will, muss im pädagogischen oder gesundheitlichen Sektor qualifiziert sein oder eine anerkannte Grundlagenschulung absolvieren. Die in Husum angebotene 20-Stunden-Schulung erfüllte die entsprechenden Anerkennungsvoraussetzungen des Landes für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote.

Voraussetzungen für Nachbarschaftshelfer

Das Land Schleswig-Holstein hat festgelegt, dass die Helfer in der Nähe wohnen und volljährig sein müssen und nicht in häuslicher Gemeinschaft mit der anspruchsberechtigten Person leben dürfen. Personen, die bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind, wie zum Beispiel Kinder und Enkel, werden ebenfalls nicht als Helfer anerkannt. Alle anderen können als offizielle Nachbarschaftshelfer eine Aufwandsentschädigung von bis zu acht Euro pro Stunde erhalten.

Ansprechpartnerin und Beraterin

In Fragen des Umgangs mit den Betroffenen steht im nördlichen Nordfriesland Angelica Lorenzen (Tel. 04841/897018), im mittleren Nordfriesland Ulrike Petersen (04841/897031) und im südlichen Nordfriesland Arne Hansen (04841/897022) zur Verfügung. Alle drei arbeiten im Pflegestützpunkt.

Nächster Kurs in Planung

Die nächste Kurzschulung zum Umgang mit hilfebedürftigen Menschen wird bereits geplant. Die Kosten übernimmt in der Regel die Pflegekasse des Nachbarschaftshelfers. Nähere Informationen zur Anmeldung und zum Kursangebot gibt Lennart Sandvoss unter Tel. 04841 897023.