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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

21.09.2015

Landeszuschuss zur Erleichterung des Übergangs zwischen Schule und Beruf

Am 15. September 2015 übergab die Ministerin für Schule und berufliche Bildung in Schleswig-Holstein, Britta Ernst, dem 2. stellvertretenden Landrat des Kreises Nordfriesland, Carsten F. Sörensen, einen Förderbescheid über 40.000 Euro.

»Wir arbeiten seit Jahren daran, Schulabgängern den Übergang zwischen Schule und Beruf zu erleichtern. Der Landeszuschuss ermöglicht es uns, dieses Projekt auf die nächste Stufe zu heben«, erklärt Sörensen.

»Wir richten uns an alle Jugendlichen, ob sie einen Schulabschluss oder eine Lehrstelle haben oder nicht«, ergänzt Daniel Thomsen, der Leiter des Fachbereiches Jugend, Familie und Bildung der Kreisverwaltung.

Als Partner sind die beruflichen Schulen des Kreises Nordfriesland in Niebüll und Husum, die untere Schulaufsicht, die Agentur für Arbeit in Flensburg, die Sozialzentren und das Jobcenter NF mit im Boot. Sie bilden gemeinsam das steuernde Gremium des Jugendberufsprojektes Nordfriesland und wollen eine Reihe von Maßnahmen durchführen, um die berufliche Orientierung junger Leute zu fördern.

Frühzeitige Unterstützung

»Viele Jugendliche verlieren unnötig Zeit, weil sie selbst am letzten Schultag noch nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen oder können«, berichtet Daniel Thomsen.

»Mit der richtigen Ansprache und frühzeitiger Unterstützung wollen wir dafür sorgen, dass so etwas in künftigen Jahrgängen nicht mehr vorkommt.«

Die Projektpartner planen, schon Siebtklässler zu motivieren, sich erste Gedanken über ihre Interessen und Fähigkeiten zu machen.

Berufsberatung in der Schule

Zu den bisherigen Ergebnissen des Projektes gehört, dass die Berufsberatung der Arbeitsagentur in den Schulen Angebote zur Unterstützung der Berufswahl und zur beruflichen Beratung bereithält. Im Rahmen des Unterrichts zur Berufsorientierung wird mit allen Schülerinnen und Schülern abgeklärt, für welche Berufsfelder sie sich eignen.

Das Ergebnis dient auch als Grundlage für die Vermittlung in Praktika. Darüber hinaus sind Veranstaltungen geplant, die die Jugendlichen mit der heimischen Wirtschaft zusammenführen.

»Die Partner hören aber nicht mittendrin auf, sondern wollen die Schüler gegen Ende der Schulzeit in Ausbildungs- oder Arbeitsplätze vermitteln. Auch eine Schullaufbahn- und Studienberatung ist vorgesehen«, lobt Carsten F. Sörensen.

Ablaufpläne für Problemfälle

Koordiniert von dem Projektleiter Kay Bahnsen, haben die Beteiligten in den letzten Monaten standardisierte Abläufe für die Behandlung von Problemfällen entwickelt. Sie sollen angewandt werden, wenn Schüler einen plötzlichen Leistungsabfall zeigen oder wenn es Hinweise auf persönliche Probleme gibt.

»Aufgrund unserer Vorarbeit müssen Lehrkräfte, die Handlungsbedarf feststellen, nicht hin und her überlegen, was nun zu tun ist, sondern können auf einen konkreten Ablaufplan zurückgreifen. Das gibt Sicherheit und garantiert eine schnelle Hilfestellung«, erläutert Bahnsen.

Sorgeberechtigte werden einbezogen

Erster Ansprechpartner ist stets die Klassenlehrkraft. Wird Unterstützung durch Dritte benötigt, soll unverzüglich der Beauftragte für das Problemfallmanagement, den es zukünftig in allen allgemeinbildenden nordfriesischen Schulen außer den Grundschulen geben wird, in den Fall eingewiesen werden. Er nimmt Verbindung mit einem für die Schule verantwortlichen Berater auf.

Da der Datenschutz beachtet werden muss, können die beiden die Hilfsmöglichkeiten zunächst nur auf Basis einer anonymisierten Datenlage erörtern. Anschließend bitten sie die Sorgeberechtigten um ihr schriftliches Einverständnis zur Einleitung einer Lösung.

Fallkonferenz mit möglichen Helfern

Liegt es vor, wird der Beauftragte die einschlägigen staatlichen Einrichtungen – etwa Jugendamt, Suchthilfe, jugendärztlicher Dienst, Eingliederungshilfe und viele mehr – und die Sorgeberechtigten zu einer Fallkonferenz einladen.

»Die Fallkonferenz berät und leitet so schnell wie möglich Maßnahmen im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe ein. Geben die Sorgeberechtigten ihr Einverständnis aber nicht, darf der Fall nicht weiter verfolgt werden – außer natürlich, wenn ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht. Dann wird das Jugendamt automatisch tätig«, erklärt Daniel Thomsen.