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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

04.11.2020

Respekt vor der Natur zeigen - Wildvögel in Ruhe sterben lassen

»Ich habe einen todkranken Vogel gefunden – können Sie ihn erlösen?« Mit dieser Frage rufen zurzeit zahlreiche Bürger beim Veterinäramt des Kreises Nordfriesland in Husum an.

»Wir wissen, wie es vor Ort aussieht. Der Anblick hunderter toter und sterbender Vögel ist auch für erfahrene Tiermediziner kaum zu ertragen«, erklärt Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze. Doch helfen können er und seine Mitarbeiter nicht: »Es sind einfach zu viele Fälle, das kann niemand schaffen. Wir müssen uns nun darauf konzentrieren, das Geflügelpest-Virus aus den Haustierbeständen herauszuhalten, um wenigstens dort zusätzliches Tierleid zu verhindern.«

Auch wenn es den Anrufern ans Herz gehe – dass Wildvögel an einem Virus verenden, gehöre schlicht zur Natur. »Das führt uns wieder einmal vor Augen, wie machtlos wir Menschen natürlichen Vorgängen gegenüberstehen. Das einzige, was man noch für die Vögel tun kann, ist, Respekt zu zeigen und sie in Ruhe sterben zu lassen. Wer sich ihnen nähert, löst einen Fluchtreflex aus und macht es für das Tier nur noch schlimmer«, appelliert Dr. Schulze.

Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein und die – durch die Corona-Pandemie ohnehin stark belasteten – Ordnungsämter sammeln die verendeten Tiere ein.