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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

16.10.2018

Schobüll-Lund: Umgestaltung des Augsburger Grabens für den Naturschutz

Die Regenmengen nehmen zu – doch wohin mit dem vielen Wasser? Ein Ansatz sind Naturschutzmaßnahmen an Entwässerungsgräben wie dem Augsburger Graben im Husumer Ortsteil Schobüll-Lund. Dort ließ der »Naturengagement Bürgerwindparks Nordfriesland e.V.« (NBN) in Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Deich- und Sielverband Husum-Nord in den letzten Wochen Baggerarbeiten durchführen, um den ökologischen Zustand des Gewässers zu verbessern. Finanziert wurde die rund 25.000 Euro teure Maßnahme aus den so genannten Ersatzgeldern, die der Kreis Nordfriesland von Bauherren erhält, die in die Natur eingreifen, ohne selbst praktischen Ausgleich zu leisten.

Der Augsburger Graben dient der Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen zwischen dem Ortsteil Augsburg im Osten von Husum und der Schobüller Nordseestraße im Westen. Er wurde vor Jahrzehnten begradigt; sein enger Querschnitt führt zu hohen Strömungsgeschwindigkeiten.

Gräben dieser Art sind in Nordfriesland weit verbreitet, bieten Tieren und Pflanzen aber kaum attraktive Lebensräume. Bei starken oder lang andauernden Regenfällen sind sie schnell überfordert, so dass es zu Überschwemmungen kommt.

»Deshalb wurde dieser Graben auf einer Rinderweide an der Straße Heidblock nun verbreitert und wieder mäandrierend gestaltet«, erklärt Susanne Bräunlich aus der unteren Naturschutzbehörde des Kreises NF. Dadurch kann der Graben mehr Wasser aufnehmen als vorher. Weil es in den flachen Böschungen langsamer fließt, erodieren die Hänge weniger. »So entstehen wechselfeuchte Bereiche, in denen sich etwa Moorfrösche, Kammmolche und die ebenfalls selten gewordene Sumpfdotterblume ansiedeln können«, so Bräunlich.

Zusätzlich wurde ein rund 900 Quadratmeter großer Teich angelegt, der Amphibien beste Lebensbedingungen bietet. Damit die Fläche sich zu einem arten- und strukturreichen Dauergrünland entwickelt und nicht verbuscht, wird sie extensiv beweidet.

Jens Feddersen vom Verein NBN hat die Arbeiten vor Ort begleitet. »Wir hoffen nun, dass benachbarte Grundstückseigentümer auf den Geschmack kommen und weitere Maßnahmen folgen können«, erklärt er.

Jens Feddersen und Susanne Bräunlich dankten dem Deich- und Sielverband Husum-Nord und seinem Verbandsvorsteher Hans Friedrichsen für seine persönliche und technische Unterstützung.