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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

16.02.2013

»bunt statt blau«: Schüler-Plakatwettbewerb startet erneut

Trinken, bis der Arzt kommt. Dieser lapidare Satz bekam in den vergangenen Jahren eine immer tragischere Bedeutung. Laut Bundesstatistik kommen jährlich rund 26.000 Kinder und Jugendliche – darunter auch Zehnjährige – mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus.

Das als Komasaufen bekannte Phänomen nahm in Nordfriesland erstmalig um 38 Prozent ab: Im Jahr 2012 wurden in Nordfriesland 41 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, davon neun Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren. Im Vorjahr waren es noch 66 Betroffene gewesen.

Bestärkt durch die positive Entwicklung, setzt die DAK-Gesundheit im Kampf gegen das Komasaufen ihre Schulinitiative »bunt statt blau« gemeinsam mit dem Kreis Nordfriesland unter Schirmherrschaft von Landrat Dieter Harrsen fort.

Jugendliche bekennen Farbe

»Es zeichnet sich ab, dass die Zahl der Komasäufer bundesweit auf hohem Niveau bleibt«, sagt Simone Hansen-Zobel von der DAK-Gesundheit in Husum. »Daher ist eine anhaltende Aufklärung über die Gefahren des Rauschtrinkens erforderlich. Unsere Kampagne ›bunt statt blau‹ ist erfolgreich und anerkannt, weil dort die Jugendlichen selbst beim Thema Alkohol Farbe bekennen.« Seit 2010 haben bundesweit 35.500 junge Künstler bunte Plakate gegen das Rauschtrinken gemalt. Allein in Nordfriesland haben sich im letzten Jahr 140 Schüler beteiligt. Damit war der Kreis 2012 mit den meisten Plakaten beim Auswahlverfahren für Schleswig-Holstein vertreten.  

Botschaften ohne erhobenen Zeigefinger

»In diesem Jahr wollen wir noch mehr Schüler zum Mitmachen in den Schulen motivieren«, so Dieter Harrsen. »Der Wettbewerb zeigt den Schulen einen guten Weg, das Thema Rauschtrinken nicht mit erhobenem Zeigefinger zu vermitteln, sondern auf kreative Weise«, erklärt er. Unterstützung findet die Aktion durch das Kreis-Schulamt: Es schreibt alle Schulen in Nordfriesland an, um sie zur Teilnahme zu motivieren.

Die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes, Frau Dr. Antje Petersen, unterstützt die Kampagne schon seit 2011 und bestätigt: »Jedes Jahr werden mehr Jugendliche erreicht. Es ist beeindruckend, welche Qualität die Plakate der jungen Künstler haben und welche klaren Botschaften sie gegen Alkoholmissbrauch setzen. Es ist immer wieder wichtig, das das Thema in möglichst vielen Schulen auf den Stundenplan gesetzt wird. Die Weichen auf den Weg in ein Leben mit oder ohne Alkohol werden leider oftmals schon früh gestellt. Wir wollen mit der Plakataktion einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche den Weg in eine gute Zukunft nehmen, in der Alkohol das Leben nicht beherrscht.« Seit 2011 werden im Gesundheitsamt Bilder aus der Kampagne »bunt statt blau« ausgestellt.

So ist auch das Siegerbild aus Schleswig-Holstein von Arvid Hutzfeld aus dem letzten Jahr im Gesundheitsamt ausgestellt. Während der nordfriesischen Kinder- und Jugendgesundheitstage im August 2012 fand hierzu ebenfalls im Gesundheitsamt eine Ausstellung statt.   Nach dem Einsendeschluss am 31. März werden in allen 16 Bundesländern die besten Plakate ausgezeichnet. Im Juni wählt eine Bundesjury mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, und der Band »Luxuslärm« den Bundesgewinner. Es gibt wertvolle Geld- und Sachpreise zu gewinnen.

Bundes-Drogenbeauftragte lobt Kampagne

Der aktuelle Sucht- und Drogenbericht der Bundesregierung lobt »bunt statt blau« erneut als erfolgreiches und beispielhaftes Präventionsprojekt gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen. Die Aktion erhielt 2012 den Health Media Award für »hervorragende Gesundheitskommunikation«. Weitere Informationen zum Wettbewerb 2013 gibt es in allen Servicezentren der DAK-Gesundheit oder im Internet unter www.dak-buntstattblau.de. Die Kampagne ist eingebunden in die »Aktion Glasklar«, die seit 2004 Schüler, Lehrkräfte und Eltern über das Thema Alkohol aufklärt.