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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

20.02.2020

Kreis bittet um Vorschläge für zwei Kulturpreise

In diesem Jahr vergibt der Kreis Nordfriesland neben dem Hans-Momsen-Preis erstmals auch den Margarete-Böhme-Jugendkulturpreis. »Mit ihm wollen wir junge Leute bis 27 Jahre auszeichnen, die in den Bereichen Kunst, Kultur- und Kreativwirtschaft, Kulturvermittlung, Kulturmanagement oder Regionalgeschichte Besonderes geleistet haben«, erläutert Landrat Florian Lorenzen.

Die Vorgeschlagenen sollen ihren ersten Wohnsitz in Nordfriesland haben oder gehabt haben, im Ausnahmefall reicht auch der Besuch einer nordfriesischen Schule aus. Sie sollten sich auf lokaler Ebene bereits einen Namen gemacht haben, und ihr Werk oder ihre Leistung sollte bereits in Nordfriesland gezeigt, aufgeführt oder auf andere Weise präsentiert worden sein.

Eigenbewerbungen sind nicht möglich.

Ziele des Jugendkulturpreises

Die mit dem neuen Preis verfolgten Ziele hat das Kuratorium der Stiftung Nordfriesland festgelegt: Er soll die Kreativität und das künstlerische Schaffen junger Nordfriesinnen und Nordfriesen fördern sowie besondere Leistungen im Bereich Kulturmanagement, Kulturvermittlung oder Regionalgeschichte anerkennen.

»Wir wollen talentierte junge Menschen als Botschafter unserer Region gewinnen, neue Netzwerke schaffen und ganz allgemein Nordfrieslands Ruf als attraktiven Standort für Kunst und Kultur, Kreativität und Wissenschaft stärken«, sagt Lorenzen, der auch der Vorsitzender der Stiftung Nordfriesland ist.

Urkunde und Preisgeld

Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 1000 Euro verbunden. »Dazu gibt es eine offizielle Urkunde in einer handwerklich gestalteten Mappe, genau wie beim Hans-Momsen-Preis«, betont Johanna Jürgensen, die Direktorin der Stiftung Nordfriesland. Die Urkunde lasse sich auch auf dem späteren Lebensweg gut einsetzen, etwa bei Bewerbungen.

Die Preisverleihung findet im Rittersaal des Schlosses vor Husum statt. Der Kreis plant, den Margarete-Böhme-Jugendkulturpreis und den 1986 ins Leben gerufenen Hans-Momsen-Preis stets in einer gemeinsamen Veranstaltung an einem Sonntag im Oktober zu vergeben, erstmals am 25.10.2020.

Wer erhält den Hans-Momsen-Preis?

»Deshalb bitten wir jetzt auch um Vorschläge für den Hans-Momsen-Preis 2020«, sagt Johanna Jürgensen. Mit dieser Auszeichnung ehrt der Kreis Persönlichkeiten, die sich besondere Verdienste um das kulturelle Leben in Nordfriesland erworben haben. Das können Verdienste im Bereich der Wissenschaft, der Heimatpflege, der Volkskunde, der Literatur, der Musik oder der bildenden Kunst sein.

Ab sofort können alle Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden, Städte und Ämter Vorschläge für die beiden Preise einreichen. Jede Einsendung sollte ausführlich schriftlich begründet sein. Die Entscheidung über die Preisvergabe trifft das Kuratorium der Stiftung Nordfriesland. Der Hans-Momsen-Preis besteht aus einem Ehrenring, einer Ehrenurkunde sowie einem Geldpreis.

Adresse für Vorschläge

Der Kreis Nordfriesland erbittet schriftliche Vorschläge bis zum 31. März an die Stiftung Nordfriesland, Schloss vor Husum, König-Friedrich V-Allee, 25813 Husum oder per E-Mail an stiftung@nordfriesland.de. Für Rückfragen steht Johanna Jürgensen unter Tel. 04841 89730 zur Verfügung.

Wer war Margarete Böhme?

Die Namensgeberin des Jugendkulturpreises wurde am 8. Mai 1867 in Husum geboren. Margarete Böhme wuchs in Husum auf, wo sie eine Höhere Töchterschule besuchte. Bereits mit 17 Jahren veröffentlichte sie ihre erste Erzählung in einer Hamburger Zeitung; in den folgenden Jahren lieferte sie feuilletonistische Beiträge für deutsche und österreichische Zeitungen.

Ab 1903 veröffentlichte sie Unterhaltungsromane, die teilweise zuerst als Fortsetzungsromane in Zeitungen erschienen. Ihren Durchbruch hatte sie 1905 mit dem Roman »Tagebuch einer Verlorenen«.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden Margarete Böhmes Bücher in Deutschland nicht mehr verlegt, und die Autorin geriet weitgehend in Vergessenheit.

1929 wurde das »Tagebuch einer Verlorenen« in Hollywood verfilmt, was Margarete Böhme zu neuer Bekanntheit verhalf. Der Roman erzählt die Geschichte einer jungen alleinstehenden Frau, die nach einer Vergewaltigung schwanger wird, von ihrer Familie verstoßen wird und deshalb in die Prostitution abrutscht. Der gesellschaftskritische Roman erregte zu seiner Zeit großes Aufsehen und wurde in 14 Sprachen übersetzt.

In einem weiteren Roman, »W.A.G.M.U.S«, thematisierte Margarete Böhme die problematischen Arbeitsbedingungen von Frauen in einem Kaufhaus zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie starb 1939 in Hamburg-Othmarschen.

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