Hilfsnavigation

Webseite durchsuchen

Foto: Johanna Jürgensen, Husum

Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing

Dänische Gedenkstätten in der Region Sønderjylland-Schleswig

Lager Oksbøl

Das Oksbøl-Lager war das größte Lager für deutsche Flüchtlinge in Dänemark. es beherbergte, ales es 1946 die höchste Anzahl erreichte, gut 35.000 Flüchtlinge. Das Lager war fast doppelt so groß wie die nächstgroßen Lager und verwandelte die kleine Stationsstadt Oksbøl in eine der größte Städte im Wettbewerb mit Esjberg und Randers. Eine Großstadt hinter Stacheldraht. Das Lagergebiet an sich war 4 km2 groß und ist heute ein Teil der ål Plantage. Das Straßennetz des Flüchtlingslagers ist immer noch intakt.

Das Lager in Oksbøl war 1929 als dänisches Militärlager eingerichtet worden, aber mit der deutschen Besetzung im April 1940 kam das Lager unter deutsche Kontrolle. Es wurde als Ausbildungslager: »Truppenübungsplatz Oxböl« gebraucht. Als Militärlager hatte das Oksbøl-Lager eine Aufnahmefähigkeit von 15.000 Mann und Platz für 3.600 Pferde.

Die ersten deutschen Flüchtlinge kamen am 21. Februar 1945 nach Oksbøl und bei der Befreiung am 5. Mai waren etwa 10.000 Flüchtlinge im Lager einquartiert. Nach der Befreiung wurde das Oksbøl-Lager wie andere Militäranlagen in Jütland zur Einquartierung der jetzt internierten deutschen Flüchtlinge in Gebrauch genommen. Die Einquartierung fand in allen der gut 200 Mannschaftsbaracken statt, aber auch die etwa 80 Pferdestallbaracken wurden verwendet. Das Lager musste aber erweitert werden, um Platz genug zu schaffen. Am Jahresende 1945-46 war Platz für weitere 20.000 Flüchtlinge geschaffen worden.

Das Oksbøl-Lager wirkte als Flüchtlingslager von Februar 1945 bis Februar 1949, als die letzten Flüchtlinge Dänemark verließen. Es wurde damit das am längsten existierende und letzt von den vielen Flüchtlingslagern.

Textquelle: » Das Flüchtlingslage rin Oksbøl kurz und gut«, herausgegeben von Museet for Varde By og Omegn, in Zusammenarbeit mit Naturstyrelsen. Text. John V. Jensen

www.oskbol1945-49.dk

Lager Frøslev

Das Fröslevlager wurde 1944 errichtet, um weitere Deportationen dänischer Staatsbürger in deutsche Zuchthäuser und KZ-Lager zu vermeiden, und um die Rückführung einiger der bereits Deportierten zu ermöglichen.

Formell gab es keinen Krieg zwischen Dänemark und Deutschland. Dänemark wurde als unabhängige und selbständige Nation betrachtet. Vor diesem Hintergrund gelang es den dänischen Behörden sich mit den Deutschen über die Errichtung des Fröslevlagers zu einigen. Der dänische Staat trug die Bau- und Betriebskosten, aber die Leitung des Lagers lag beim Leiter der deutschen Sicherheitspolizei in Dänemark.

Am 13. August 1944 kamen die ersten 750 Gefangenen aus dem Horserødlager auf »Sjælland« zusamen mit der deutschen Kommandantschaft, bestehend aus Personal der deutschen Sicherheits- und Ordnungspolizei.

Wie in anderen Lagern gaben die Deutschen den Gefangenen im Fröslevlager eine gewisse begrenzte Selbstverwaltung. In jeder Häftlingsbaracke wurde ein Barackenältester ernannt, sowie Vorarbeiter, welche die Mitgefangenen zur Arbeit anspornen sollten usw. Diese Gefangenenselbstverwaltung funktionierte wie ein effektiver Puffer zwischen den Gefangenen und der deutschen Lagerleitung.

In einer sehr wesentlichen Sache konnte sie jedoch nichts ausrichten: Entgegen allen Versprechungen der Deutschen wurden rund 1.600 Fröslev-Gefangene nach Deutschland deportiert, wovon etwa 230 ums Leben kamen. Insgesamt waren 12.000 Dänen zwischen 1944 und 1945 im Fröslevlager inhaftiert.

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg
Unmittelbar nach der deutschen Kapitulation am 5. Mai 1945 wurde das Lager geräumt, um unter dem Namen Faarhuslager neue Gefangene in Verbindung mit der Rechtsabrechnung der so genannten Landesverräter entgegenzunehmen.

Im November 1949 übernahm das dänische Heer das Lager als Kaserne unter dem Namen Padborglager. Von 1968 bis 1975 wurde das Padborglager für den Zivilschutz verwendet.

Das Museum des Fröslevlagers wurde 1969 eröffnet und es wurde 2001 auf Veranlassung des Dänische Folketings eine nationale Gedenkstätte errichtet. Mit den verschiedenen Ausstellungen auf der einen Seite und der Heimvolkshochschule des Fröslevlagers auf der anderen, gibt es hier eine einmalige Mischung aus Geschichte und Gegenwart.

https://natmus.dk/museer-og-slotte/froeslevlejrens-museum/

Frøslevlejrens Museum
Lejrvej 83
DK-6330 Padborg
Tel. +45 7467 6557