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Foto: Johanna Jürgensen, Husum

Ausstellung zu "Sinti und Roma im KZ-Mittelbau Dora" 2013 im Kreishausfoyer

27. Januar - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, wurde im Jahre 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog in der Bundesrepublik Deutschland als Gedenktag für die Opfer des NS-Regimes ins Leben gerufen.
Gerade heute wird ein solcher Gedenktag immer wichtiger, da das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus bald ohne Zeitzeugen auskommen muss.

Erinnerung darf nicht enden

Roman Herzog in seiner Proklamation vom 3. Januar 1996:
»Die Erinnerung darf nicht enden; sie muß auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.«

Ausstellungen und Veranstaltungen des Kreises

Die Einrichtung dieses nationalen Gedenktages hat auch der Kreis Nordfriesland seit dem Jahr 1997 zum Anlass genommen durch Veranstaltungen oder Ausstellungen an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu erinnern. Über die Jahre konnte so der unterschiedlichen Opfergruppen gedacht werden: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Widerstandskämpfer, Euthanasie-Opfer.

Die Ausstellung anlässlich des 27. Januar ist jedes Jahr für vier Wochen zu besichtigen und insbesondere für Schulklassen geeignet.

Im Kreisgebiet finden auch in der Ehemaligen Synagoge Friedrichstadt, der KZ Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund sowie in der Kirchengemeinde Husum-Schwesing Veranstaltungen anlässlich des Gedenktages statt.

28. Januar bis 19. Februar 2018

Ausstellung
»Hamburger Fußball im Nationalsozialismus-
Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte«

In Deutschland war nach dem 30. Januar 1933 ein selbstbestimmtes Leben und Handeln nicht mehr möglich. Die rassistische und aggressiv nationalistische Ideologie der NSDAP durchdrang alle Lebensbereiche, die sämtlich »nazifiziert« wurden. Dies galt auch für die Sportvereine. Die vielfältige, »bunte« Sportbewegung der Weimarer Republik – und mit ihr der Fußballsport – wurde »gleichgeschaltet«: Linientreue Vereinsführer ersetzten die bisherigen Vorsitzenden, Vereinsmitglieder wurden aus rassistischen und politischen Gründen ausgegrenzt und ausgeschlossen und militärischer Drill, sogenannter »Wehrsport«, eingeführt.

Zu den sportpolitischen Maßnahmen der Nationalsozialisten gehörten auch das Verbot und die Verfolgung der traditionsreichen Arbeitersportbewegung. Sportlerinnen und Sportler, die sich den »neuen Verhältnissen« nicht anpassten oder als »rassisch minderwertig« galten, wurden in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert und ermordet.

Vor allem an Beispielen aus dem Hamburger Fußballsport werden in dieser Ausstellung die Sportpolitik der NSDAP, Maßregelungen von Sportlerinnen und Sportlern, Verbote und Verfolgungen dokumentiert. Ergänzend wird auch ein Blick auf die Neuorganisation des Sports nach Kriegsende sowie auf die – späte – Aufarbeitung seiner Geschichte im Nationalsozialismus geworfen.

Eröffnungsveranstaltung

27. Januar 2018
Kreistagssitzungssaal
Kreishaus in Husum, Marktstr. 6

17.00 Uhr
Andacht mit Bischöfin i. R. Maria Jepsen 

17.30 Uhr
Ausstellungseröffnung
Begrüßung
Siegfried Puschmann, stellv. Kreispräsident des Kreises Nordfriesland

Einführung in die Ausstellung
Paula Scholz, Initiatorin und Mitarbeit bei der Ausstellung
Freie Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Musikalische Umrahmung:
Posaunenchor Husum
Friedemann Magaard, Violoncello

Die Ausstellung ist zu sehen vom 28.01.- 19.02.2018 zu den Öffnungszeiten des Kreishauses:
Mo bis Do. 8.00 – 16.00 Uhr und Fr. 8.00 – 12.00 Uhr.
[ACHTUNG: Geänderte Öffnungszeiten: Aus organisatorischen Gründen ist die Austellung nur bis zum 19.2. - statt wie geplant bis zum 23.2.- zu sehen]

Informationen für Schulklassen

Eine Besichtigung durch Schulklassen ist innerhalb der Öffnungszeiten ohne Anmeldung möglich.

Weitere Veranstaltungen anlässlich des Gedenktags im Kreisgebiet

Beachten Sie bitte auch die weiteren Veranstaltungen anlässlich des Gedenktages im Kreisgebiet:

  • in Ladelund, 27.01.2018 •  Gedenkstätte
    16.00 Uhr: Gedenken
    Im Anschluss: Vortrag »Reichsbürger«, Andreas Speit (Journalist und Buchautor)
  • in Schwesing, 28.01.2018: ev. luth. Kirche zu Schwesing
    10.00 Uhr: Gottesdienst mit Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, Vikarin Sabrina Biehl
  • in Friedrichstadt, 27.01.2018 :
    15.00 Uhr: Kranzniederlegung am Gedenkstein am jüdischen Friedhof Treenefeld
    19.30 Uhr: Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge: Filmvorführung »Nebel im August« in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge