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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

29.05.2018

Bahnstrecke nach Sylt: Nordfriesen lehnen Trostpflaster ab und fordern zweigleisigen Ausbau

»Wir sind fassungslos, wütend und maßlos enttäuscht, weil die Bundespolitik und die Deutsche Bahn AG die Probleme auf der Strecke Niebüll-Westerland nicht in den Griff bekommen – im Gegenteil, es wird immer schlimmer statt besser« – der nordfriesische Kreispräsident Heinz Maurus und Landrat Dieter Harrsen haben das Vertrauen endgültig verloren.

Beide sind überzeugt, dass nur eine einzige Maßnahme das Chaos auf der Strecke nach Sylt wirklich beenden kann: »Die Strecke zwischen Niebüll und Klanxbüll muss durchgängig zweigleisig ausgebaut werden – und das so schnell wie irgend möglich!«

Das fordert der Kreis Nordfriesland seit 20 Jahren. Die wechselnden Bundesverkehrsminister erkannten die Notwendigkeit des Ausbaus zwar an, planten ihn aber nie als vorrangige Maßnahme ein. Regelmäßig wurden andere Bauprojekte mit Bundesgeld verwirklicht, während der nördliche Abschnitt der Marschbahn auf Verschleiß gefahren wurde.

Isolierte Verlängerung des Überholgleises nicht sinnvoll

Die nun vom Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, als Notmaßnahme ins Spiel gebrachte Verlängerung des rund einen Kilometer langen Überholgleises zwischen Klanxbüll und Niebüll wird nicht viel bringen, ist Landrat Harrsen sicher: »Als isolierte Maßnahme ist das nicht mehr als ein Trostpflaster. Eine entschlossene Verkehrspolitik, die das Problem ernst nimmt, sieht anders aus.«

Es gibt nur eine Lösung

Kreispräsident Maurus erinnert sich daran, dass Ferlemann den gleichen Vorschlag vor etwa einem Jahr schon einmal machte.

»Bereits damals haben wir ihm ausführlich dargelegt, dass es nur einen Weg gibt, die Verkehrssituation wirksam zu bereinigen, und das ist der vollständige zweigleisige Ausbau! Die Baumaßnahmen können ja gern bei dem Überholgleis beginnen, aber sie müssen dann eben in beiden Richtungen weitergehen. Alles andere wäre für Pendler, Fahrschüler, Urlaubsgäste und die Sylter Wirtschaft ein Schlag ins Gesicht.«