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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

02.05.2017

Landrat Dieter Harrsen: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!

Wer beim Bürgerentscheid mit Nein stimmt, verweigert den nordfriesischen Festlands-Kliniken das Geld, mit dem der angewachsene Sanierungsstau endlich abgebaut werden kann. Darauf weist Landrat Dieter Harrsen hin. Alle Bundesländer, auch Schleswig-Holstein, seien zu regelmäßigen Investitionen in die Krankenhäuser verpflichtet, hätten diese Aufgabe aber viele Jahre lang nur unzureichend wahrgenommen.

»Nun bietet das Land uns endlich mal Geld an – und dann gibt es Bürger, die sich weigern wollen, es anzunehmen, weil wir damit nicht gleichzeitig auch noch drei Geburtenstationen und die Wiedereröffnung der Bettenstation in Tönning finanzieren können. Wir müssen jetzt realistisch sein und zugreifen! Denn wenn wir Nein sagen, haben wir immer noch einen Sanierungsstau und sind den gewünschten Geburtenstationen trotzdem keinen Millimeter näher gekommen. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!«, sagt der Verwaltungschef.

Er erinnert daran, dass der Kreis seine Klinik in Tönning nicht aus eigenem Antrieb, sondern aufgrund der bundes- und landespolitischen Rahmenbedingungen geschlossen hat. »Zudem hat das Land unmissverständlich erklärt, dass die dortige Bettenstation auf keinen Fall wieder eröffnet werden kann. Das haben wir zu akzeptieren, ebenso wie die Träger der 460 anderen geschlossenen Krankenhäuser in Deutschland es akzeptieren mussten. Wer nun aus Frust darüber die 30 Millionen Euro für die Kliniken Husum und Niebüll ablehnt, handelt extrem unsolidarisch gegenüber allen anderen Nordfriesen und gefährdet die Zukunft der stationären Versorgung im ländlichen Raum. Aber wir brauchen leistungsfähige Krankenhäuser!«

Wer trotzdem mit Nein stimmen will, den fordert Harrsen auf, fünf Jahre in die Zukunft zu denken: »Werden unsere Kliniken weder saniert noch weiterentwickelt, können sie den ständig steigenden Anforderungen dann kaum noch standhalten. Doch um Nordfriesland herum werben in Flensburg, Schleswig und Heide frisch renovierte oder neu gebaute Krankenhäuser um Patienten und Mitarbeiter. Dann werden etliche Nordfriesen – auch viele Husumer – im Interesse ihrer Gesundheit weite Wege auf sich nehmen und in die Nachbarkreise fahren müssen. Wollen wir das wirklich?«

Für den Landrat gibt es beim Bürgerentscheid nur eine vernünftige Wahl, und die lautet: Ja!