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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

FAQ Corona: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Um Ihnen die Orientierung in der unüberschaubaren Fülle an Informationen zu erleichtern, haben wir für Sie hier eine Reihe an Antworten auf häufig gestellte Fragen aufgeführt. Sie werden regelmäßig aktualisiert und ergänzt.

Alle relevanten amtlichen Bekanntmachungen des Kreises Nordfriesland bzgl. des Coronavirus finden Sie auf dieser Seite unter "Links".

Übrigens: Eine Vielzahl an Fragen wurde bereits auf unserer Facebook-Seite beantwortet. Schauen Sie doch gerne mal vorbei.

(Stand: 07.04.2020, 13:56 Uhr)

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ARBEIT

Wie ist der derzeitige Arbeitsablauf des Gesundheitsamtes, wenn jemand aus einem Risikogebiet kommt?

Dies hängt davon ab, ob die betreffenden Personen mit Symptomen oder ohne Symptome zurückkehren. Zu beachten ist dabei auch die 14-tätige Inkubationszeit. Deshalb wird Reiserückkehrern aus Risikogebieten eine 14-tätige häusliche Absonderung empfohlen.
Bei Reiserückkehrern mit Symptomen ordnet das Gesundheitsamt eine 14-tägige Absonderung sowie ggf. weitere Maßnahmen (Abstriche o.ä,) an. Für Personen aus dem Haushalt, die nicht an der Reise teilgenommen haben, gilt diese Vorgehensweise nicht grundsätzlich, sondern es bedarf der jeweiligen Einzelfallprüfung durch das Gesundheitsamt.

Was kann ich tun, wenn ich aus dem Ausland komme und mein Arbeitgeber eine Bescheinigung wünscht, dass ich gesund bin?

Wenn Sie aus dem Ausland kommen und symptomfrei sind, ist eine 14-tägige Quarantäne durch das Gesundheitsamt nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Sie könnten Ihrem Arbeitgeber anbieten, Home Office zu machen, insofern Ihre Tätigkeit dies zulässt.

Es besteht generell kein Anspruch Ihres Arbeitgebers gegen Sie, eine solche Bescheinigung vorzulegen, zumal solche "Wunschtestungen" auch nicht vorgenommen werden. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie gleichwohl freistellt, so gerät er in den sog. Annahmeverzug mit der Folge, dass er Ihnen Ihr Arbeitsentgelt weiter zahlen muss. Wenn Sie Symptome haben, rufen Sie Ihren Hausarzt an, der Sie dann weiter beraten wird. Wenn Sie aus einem Risikogebiet kommen und Symptome haben, melden Sie sich bitte direkt beim Gesundheitsamt.

Ich arbeite in einer Kindertagesstätte/Schule/Pflegeeinrichtung und habe eine Erkältung/Grippesymptome. Was muss ich jetzt tun? Was muss mein Arbeitgeber tun?

Grundsätzlich gilt: Wer krank ist, bleibt zu Hause, bis er wieder gesund ist. Das gilt unabhängig von der Ursache Ihrer Symptome. Melden Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber krank.

Insbesondere bei Erkältungen sowie leichten grippalen Infekten gilt, Ihren Hausarzt nicht direkt persönlich aufzusuchen, sondern zunächst telefonisch zu kontaktieren und ihm Ihre Symptome zu schildern. Der Hausarzt entscheidet dann, ob er Sie trotzdem in die Praxis bestellt oder von der Sonderregelung Gebrauch macht, Sie bis zu 7 Tage telefonisch krankzuschreiben. Der Krankenschein wird dann per Post zugestellt. Muss die Krankschreibung bereits am ersten Tag dem Arbeitgeber vorliegen, kann man sich eine Kopie per E-Mail oder SMS zusenden lassen und diese per Post oder Fax an den Arbeitgeber schicken.

Auch bei allen anderen Krankheitsbildern gilt derzeit die Empfehlung, zunächst telefonisch Kontakt zur Arztpraxis aufzunehmen, um Details zur weiteren Behandlung vorab zu besprechen und ggf. gezielt Termine zu vereinbaren.

Wichtig: Besteht der begründete Verdacht, sich möglicherweise mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben, suchen Sie auf keinen Fall ungefragt eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus auf, sondern nehmen zunächst telefonisch Kontakt zum Hausarzt oder der Kassenärztlichen Vereinigung (Tel.: 116117) auf!

Welche wirtschaftlichen Hilfen erhalte ich für mein Unternehmen? Wer ist der Ansprechpartner?

Die IB.SH unterstützt Unternehmen in Schleswig-Holstein, die wirtschaftlich vom Coronavirus betroffen sind. Die Anträge für das Soforthilfeprogramm können ab jetzt gestellt werden. Hier geht es zur Homepage der IB.SH.

Außerdem gibt es hier weitere Hilfen: 

  • Landesamt für Soziale Dienste: Auf der Internetseite des Landesamtes finden Sie alle Informationen und Antragsformulare. 
  • Des Weiteren verweist die Landesregierung auch auf das Hilfsprogramm der Bundesregierung »Schutzschild«.

Kann ich meinen Mitarbeitern das Gehalt kürzen, wenn diese aufgrund von Corona zur Kinderbetreuung zu Hause bleiben müssen?

Grundsätzlich sind Arbeitgeber nicht verpflichtet, Entgeltfortzahlung zu leisten, wenn der Arbeitnehmer wegen Kinderbetreuung der Arbeit fernbleibt, ohne dass eine eigene Erkrankung vorliegt. 

§ 616 BGB (sofern nicht tarif- und arbeitsvertraglich ausgeschlossen) gibt zwar für einige Tage in diesen Fällen grundsätzlich einen vollen Entgeltfortzahlungsanspruch.  Ob dieser Paragraph hier überhaupt greift, da die Verhinderung von Vornhinein nicht kurzfristig ist (z.B. wegen Ankündigung, dass Kindergarten für 2 Wochen schließt), ist bereits höchst fraglich. Er würde – wenn überhaupt – auch nur „kurzfristig“ für 1 bis max. 5 Tage greifen. 

Zwar wurden erleichterte Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld beschlossen. Die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld greifen jedoch nicht in den Fällen, in denen Eltern wegen Kinderbetreuung zu Hause bleiben. Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss. Ein unabwendbares Ereignis liegt auch dann vor, wenn etwa durch staatliche Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen werden. 

Zum Kurzarbeitergeld:

Die Bundesagentur für Arbeit hat in Veröffentlichungen vom 28.02.20 und 02.03.20 mitgeteilt, dass aufgrund der Corona Erkrankung Kurzarbeitergeld erhalten werden kann, wenn die Kurzarbeit angeordnet wird und es dadurch zu Entgeltausfällen kommt. Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss. Ein unabwendbares Ereignis liegt auch dann vor, wenn etwa durch staatliche Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen werden. 

Ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergeldes vorliegen, entscheidet die zuständige Agentur für Arbeit. (vgl. Corona-Virus-Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld)

Merkblatt zur Kurzarbeit der Bundesagentur für Arbeit

Der Koalitionsausschuss hat am 08. März 2020 erleichterte Voraussetzungen für die Gewährung vom Kurzarbeitergeld geschaffen (das. Sog. Arbeit-von-Morgen-Gesetz)., das voraussichtl. in der ersten Aprilhälfte in Kraft tritt.

Darf ich als Einzelhändler alternativ meine Waren online anbieten, wenn ich mein Ladengeschäft schließen musste?

Ja. 

Um die Einbußen des Verkaufserlöses so gering wie möglich zu halten, ist es jedem Einzelhandelsladen, der aufgrund der Verordnungen schließen musste, erlaubt, seine Waren online zum Verkauf anzubieten und im Falle eines erfolgten Verkaufes auszuliefern bzw. die Waren abholen zu lassen.

Denken Sie an Ihre eigene Gesundheit! Vermeiden Sie Bargeldzahlungen und direkten Kontakt bei der Auslieferung, stellen Sie das Paket vor die Tür und halten Sie von der Tür einen Sicherheitsabstand von 2 Metern ein.

Werden auch Ergotherapiepraxen / Arztpraxen o.ä. bei der Versorgung mit Schutzausrüstung etc. bedacht?

Ja, der Krisenstab des Kreises Nordfriesland arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, den sich abzeichnenden bzw. bereits eingetreten Engpässen im Bereich der Schutzausrüstung entgegenzuwirken. Aufgrund der aktuellen weltweiten Krisensituation ist jedoch auch für uns die Beschaffung derzeit schwer bis unmöglich.

Es gibt derzeit Informationen, dass sich auf Bundes- und Landesebene etwas an der Versorgungslage ändern könnte. Hierzu gibt es allerdings noch keine genauen Erkenntnisse. Wir werden uns schnellstmöglich auch für eine Versorgung der Arztpraxen einsetzen, sobald wir Zugriff auf entsprechende Ressourcen bekommen.

Betrifft die Regelung des Versammlungsverbotes von mehr als 2 Personen auch die Arbeit/ÖPNV?

Nein. Die Teilnahme am öffentlichen Nahverkehr und der Aufenthalt an einer Arbeitsstätte sind weiterhin gestattet.

Dürfen weiterhin Fahrgemeinschaften zur Arbeit gebildet werden?

Nach Auslegung der Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein fallen Fahrgemeinschaften unter dem § 2 Abs. 4 Nr. 2. Demnach sind Fahrgmeinschaften zum selben Arbeitgeber weiterhin erlaubt.

Bei Fahrgemeinschaften, die zwei oder mehr unterschiedliche Arbeitgeber zum Ziel haben, ist eine Einzelfallprüfung erforderlich. Hierzu melden Sie sich bitte schriftlich beim Kreis Nordfriesland (Kreis Nordfriesland, Marktstraße 6, 25813 Husum) oder per E-Mail (team-recht@nordfriesland.de) unter Darlegung der besonderen Gründe.

Muss ich meinen Resturlaub verwenden, wenn mein Arbeitgeber mich nach einer Reise (kein Risikogebiet) 14 Tage nicht beschäftigen möchte?

Nein. Der Arbeitgeber kommt in den sog. Annahmeverzug. Das heißt, der Arbeitnehmer stellt seine Arbeitsleistung zur Verfügung, der Arbeitgeber ruft diese aber nicht ab. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall den Lohn fortzahlen und kann den Arbeitnehmer nicht auf seinen Resturlaub verweisen.

Ist es sinnvoll, eine gesonderte Notbetreuung von Kindern in den Unternehmen etc. einzurichten?

Nein, es ist ausdrücklich nicht sinnvoll, eine gesonderte Notbetreuung einzurichten. Dies würde zu einer weiteren Bündelung von Kindern und damit einem erhöhten Infektionsrisiko führen. Gerade in infrastrukturell wichtigen Bereichen würde eine Infektion in diesem Fall zu einem vollständigen Systemausfall führen.

Es sind daher die originären Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu nutzen.

Mein Arbeitskollege hat (Erkältungs-) Symptome und ist krank Zuhause. Es gibt keine bestätigte Infektion mit dem Coronaviurs. Wie verhalte ich mich?

Bei einer positiv getesteten Person würde das Gesundheitsamt die Infektionskette nachverfolgen und ggf. den Kollegen unter Quarantäne stellen. Passiert dies nicht und liegt kein positiver Test vor, sondern der Kollege hat lediglich eine ganz normale Erkältung oder Grippe, muss nichts weiter beachtet werden. Es gelten die allgemeinen Hygienevorschriften.

Nur, wenn ein positiver Test des Kollegen vorliegt und ich selbst Kontakt zu ihm hatte und ich ggf. selbst Symptome habe, muss ich mich beim Gesundheitsamt melden.

Welche Verkaufsstellen sind auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet?

Apotheken und Tankstellen

Abweichend von § 3 Abs. 2 Ziffer 1 des Ladenöffnungszeitengesetzes dürfen (sie müssen nicht!) Apotheken und Tankstellen an Sonn- und Feiertagen ganztägig für den geschäftlichen Verkehr mit Kunden geöffnet sein. Für Apotheken und Tankstellen ist somit die Öffnung Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag gestattet.

Pizza-Lieferdienste

Bei reinen Pizza-Lieferdiensten ohne Gaststättenbetrieb und ohne Verkauf an Abholer handelt es sich um keine Verkaufsstellen nach dem Ladenöffnungszeitengesetz. Sie unterliegen somit nicht den zeitlichen Beschränkungen des Erlasses zur Öffnung von bestimmten Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen vom 25. März 2020.

Diese Verfügung gilt vorerst bis einschließlich Sonntag, dem 19. April 2020.

Was sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer aktuell über Kurzarbeit, Grundsicherung und Arbeitslosmeldung wissen?

Um möglichst viele, auch kleinere Unternehmen über die Möglichkeit der Beantragung von Kurzarbeitergeld zu informieren und dafür zu werben oder Arbeitnehmer/-innen über aktuelle Veränderungen bei der Arbeitslosmeldung aufzuklären, erscheint es notwendig, hierfür möglichst zielgerichtet alle Kommunikationswege zu nutzen. Eine wichtige Unterstützung bei der Informationsverbreitung bieten die im Folgenden aufgeführten Links zu den Seiten der Arbeitsagentur:

KuG-Infos für Arbeitnehmer/innen
https://www.arbeitsagentur.de/finanzielle-hilfen/kurzarbeitergeld-arbeitnehmer

KuG-Infos für Arbeitgeber und Unternehmen
https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Merkblatt Kurzarbeitergeld - Informationen für Arbeitgeber
https://www.arbeitsagentur.de/datei/merkblatt-8a-kurzarbeitergeld_ba015385.pdf

FAQ zur Grundsicherung (Arbeitslosengeld II)
https://www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung

Informationen für bestehende Kunden/innen und zur Arbeitslosmeldung
https://www.arbeitsagentur.de/corona-faq

Allgemeine Informationen zum Kurzarbeitergeld:
Die Bundesagentur für Arbeit hat in Veröffentlichungen vom 28.02.20 und 02.03.20 mitgeteilt, dass aufgrund der Corona-Erkrankung Kurzarbeitergeld erhalten werden kann, wenn die Kurzarbeit angeordnet wird und es dadurch zu Entgeltausfällen kommt. Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss. Ein unabwendbares Ereignis liegt auch dann vor, wenn etwa durch staatliche Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen werden.

Ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergeldes vorliegen, entscheidet die zuständige Agentur für Arbeit. (vgl. KuG-Infos für AG und Unternehmen)

Der Koalitionsausschuss hat am 08. März 2020 erleichterte Voraussetzungen für die Gewährung vom Kurzarbeitergeld geschaffen (das. Sog. Arbeit-von-Morgen-Gesetz)., das voraussichtl. in der ersten Aprilhälfte in Kraft tritt.

Entschädigt der Kreis Nordfriesland Physiotherapiepraxen, die aufgrund anfänglicher fehlerhafter Informationen zu Schließungen finanzielle Verluste erlitten haben?

Wegen der fehlerhaften Information können Sie einen Amtshaftungsanspruch gegen den Kreis Nordfriesland nach § 839 Abs. 1 BGB geltend machen. Dieser Anspruch setzt aber voraus, dass der Betroffene auf keine andere Weise einen Schadensersatz zu erlangen vermag. Sie müssen also zunächst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen.

Zurzeit haben Sie folgende Möglichkeiten:

  1. Die IB.SH unterstützt Unternehmen in Schleswig-Holstein, die wirtschaftlich vom Coronavirus betroffen sind. Die Anträge für das Soforthilfeprogramm können ab jetzt gestellt werden. Hier geht es zur Homepage der IB.SH: https://www.ib-sh.de/infoseite/corona-beratung-fuer-unternehmen/
  2. Weiterhin gibt es unter Umständen die Möglichkeit, dass Sie für Ihre Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragen. Informationen hierzu finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld
  3. Dann haben Sie noch die Möglichkeit, bei Ihrem Finanzamt eine Steuerstundung und eine Reduzierung der Vorauszahlung zu beantragen.
  4. Des Weiteren können Sie über Ihre Hausbank in Verbindung mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau zinsgünstige Darlehen erhalten.

Außerdem gibt es hier weitere Hilfen:

  1. Landesamt für soziale Dienste: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LASD/Aufgaben/Infektionsschutzgesetz/Infektionsschutzgesetz.html 
  2. Hilfsprogramm der Bundesregierung "Schutzschild": https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Oeffentliche_Finanzen/2020-03-13-Schutzschild-Beschaeftigte-Unternehmen.html 

Dürfen Krabben noch frisch vom Kutter verkauft werden?

Das ist ein Grenzfall. Nach der Landesverordnung sind sämtliche Verkaufs- und Warenausgabestellen des Einzelhandels einschließlich mobiler Verkaufsstellen zu schließen. Darunter fallen aber nicht solche Verkaufsstellen für Lebensmittel. Fischgeschäfte gehören zu solchen Ausnahmeverkaufsstellen. Der Abverkauf von Krabben direkt vom Kutter wird unter großzügiger Auslegung auch darunter subsummiert, weil es kein Imbissbetrieb ist. Der Kunde kommt, nimmt die Ware entgegen und geht sofort wieder. Der Kutter ist zwar streng genommen eine mobile Verkaufsstelle, aber letztlich ist das bei Krabben nun einmal das, wie es üblicherweise läuft. Es wird für gerade noch zulässig gehalten, direkt vom Kutter zu verkaufen, sofern das nach telefonischer Vorbestellung passiert, Warteschlangen vermieden werden und so weiter. Der Mindestabstand kann bei der einfachen Übergabe weitestgehend eingehalten werden. Nicht zulässig hingegen wäre ein mobiler Verkaufsstand an Land, d.h. vor dem Kutter auf dem Gehweg. 

Finden die Abschlussprüfungen für Azubis noch statt?

Diese Frage ist noch nicht abschließend geklärt. Wir empfehlen, sich an die Telefon-Hotline des Landes unter Tel. 0431 797 000 01 zu wenden.


GESUNDHEIT

Was muss ich tun, wenn ich Kontakt zu einem bestätigen Corona-Fall hatte?

Jede Person, die Kontakt zu einem bestätigen Corona-Fall hatte, muss sich unverzüglich in Quarantäne begeben und sich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen, auch wenn keine Symptome erkennbar sind.

Kann ich mich auf Wunsch vorsorglich auf das Virus testen lassen?

Nein. Dafür reichen die Laborkapazitäten nicht aus. Wunschtestungen werden nicht vorgenommen.

Ist Einzelunterricht in öffentlichen und privaten Freizeiteinrichtungen gestattet?

Reitunterricht, Hundetraining und Golfunterricht als Einzelunterricht darf auf öffentlichen und privaten Freizeiteinrichtungen stattfinden – aber nur draußen!

Fitnesstraining als Einzeltraining darf weiterhin nur in den privaten Räumen des Klienten oder im Freien stattfinden. Fitnessstudios bleiben weiterhin geschlossen, da sich in den Räumlichkeiten ggf. nacheinander viele Menschen aufhalten. Diese nutzen dieselben Geräte, Matten etc., was insgesamt eine höhere Ansteckungsgefahr bedeuten kann.

Muss ich meine Praxis schließen, wenn ein Verdachtsfall oder ein positiver Corona-Fall im Wartezimmer saß?

Nein, Sie müssen Ihre Praxis nicht schließen. Selbst bei einem Symptomträger besteht bei kurzem Kontakt nicht automatisch ein Infektionsrisiko. Das Gesundheitsamt wird das im Einzelfall prüfen.

Bei einem nur sehr kurzen Kontakt (wenige Minuten) ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung äußerst gering. Bei einem längeren Kontakt oder gar einer intensiveren Untersuchung (Endoskopie o.ä.) kann es theoretisch zu einer Übertragung des Virus gekommen sein. Bitte wenden Sie sich an das Gesundheitsamt, um Ihren Einzelfall zu besprechen und ggf. weitere notwendige Maßnahmen gemeinsam zu besprechen.

Darf ich in meiner Heilpraktiker-Praxis Patienten mit Erkältungssymptomen behandeln?

Heilpraktiker dürfen Ihre Praxis weiter betreiben und auch Patienten mit Erkältungssymtomen behandeln, wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist und eine Verordnung vorliegt. Es steht dem Heilpraktiker frei, welche Risiken er eingehen möchte, jedoch wird dazu geraten, Patienten mit Erkältungssymptomen möglichst nach Hause zu schicken oder an den Hausarzt zu verweisen.

Wer behandelt mein krankes Kind, wenn der Arzt das Kind ablehnt?

Bitte wenden Sie sich an die KV-Zentrale unter der Nummer 116117. Wenn Ihr Kind sehr bedrohlich erkrankt ist und z.B. unter schwerer Atemnot leidet, rufen Sie ggf. den Rettungsdienst unter 112.

Was muss ich tun, wenn ich meinen Hausarzt und die Stellvertretung nicht erreiche?

Wenden Sie sich an den Kassenärztlichen Notdienst unter folgender Telefonnummer: 116 117

Bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion sollte man auf keinen Fall einfach so in die Hausarztpraxis gehen.

Wie haben sich Hebammen zu verhalten?

Die ganz normale Vor- und Nachsorge kann weiterhin stattfinden. Einzeltermine mit den Schwangeren oder frisch gebackenen Müttern sind kein Problem.

Einschränkungen gibt es nur bei Geburtsvorbereitungskursen. Diese sind untersagt, ebenso untersagt sind Eltern-Kind oder Kinderfreizeitangebote in Gruppen. Dazu gehören auch Säuglingsmassagekurse, Yogaststunden und vergleichbares.

Was ist mit Schwangeren, die auf der Insel wohnen?

Information / Hinweise / Empfehlungen an Schwangere auf den Inseln:

Derzeit gibt es vom Land Schleswig-Holstein keine besonderen Maßnahmen für schwangere Frauen, da diese nicht zu den vom Robert-Koch-Institut (RKI) definierten Risikogruppen gehören.

Bezüglich des Boarding (Einquartierung auf dem Festland vor dem Geburtstermin) ist aufgrund der Situation, eine noch frühere Kontaktaufnahme mit dem jeweilig ausgewählten Krankenhaus zu empfehlen.  Nur die entsprechenden Kliniken können ihre getroffenen Maßnahmen und die Auswirkungen auf das Boarding erläutern. Dies ist im Besonderen für die Kliniken Flensburg und Heide keine originäre Aufgabe des Kreises Nordfriesland.

Die in Kliniken behandelnden Infizierten werden grundsätzlich auch dort von den anderweitigen Patienten isoliert um eine Ansteckung möglichst zu verhindern (Infektionsschutzgesetz).

Falls eine Schwangere nun frühzeitig (also mehr als 2 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin) auf´s Festland in eine Klinik gehen möchte, dann ist hierfür die Kontaktaufnahme zur eigenen Krankenkasse notwendig um eine Einzelfall-Klärung bezüglich der Kostenübernahme zu erhalten.

Wer gehört zur Risikogruppe und ab wann?

Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben:

  • Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Insbesondere ältere Menschen können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwerer erkranken (Immunseneszenz). Da unspezifische Krankheitssymptome wie Fieber die Antwort des Immunsystems auf eine Infektion sind, können diese im Alter schwächer ausfallen oder fehlen, wodurch Erkrankte dann auch erst später zum Arzt gehen.
  • Auch verschiedene Grunderkrankungen wie z.B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen scheinen unabhängig vom Alter das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen. 
  • Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher als wenn nur ein Faktor (Alter oder Grunderkrankung) vorliegt; wenn mehrere Grunderkrankungen vorliegen (Multimorbidität) dürfte das Risiko höher sein als bei nur einer Grunderkrankung.
  • Für Patienten mit unterdrücktem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder wegen Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, wie z.B. Cortison) besteht ein höheres Risiko. 
  • Welche Kombination von Risikofaktoren mit weiteren (Lebens-)Umständen ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 darstellen, ist noch nicht hinreichend bekannt.

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

Muss ich mich nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub in Quarantäne begeben?

Neben den bekannten Risikogebieten, Skigebieten und Kreuzfahrten besteht bei vielen weiteren Ländern Unsicherheit hinsichtlich der tatsächlichen Expositionsrisiken vor Ort. Daher rät das BMG allen Einreisenden, unabhängig von ihrem Urlaubsort, zu einer freiwilligen 14-tägigen häuslichen Quarantäne.

Warum wird eine Impfung gegen Pneumokokken empfohlen?

Weil sie im Ansteckungsfall im besten Fall eine Lungenentzündung verhindert.

Darf ich draußen Sport machen?

Es ist explizit erlaubt, an der frischen Luft Sport zu treiben. Dies aber nur allein oder maximal zu zweit. Es ist Abstand zu anderen Personen(-gruppen) zu halten!

Dazu gehören auch Spaziergänge mit dem Hund oder Pferd, auch Ausritte, Fahrrad fahren, Joggen....

Ist Blutspenden weiterhin erlaubt?

Ja, unbedingt! Derzeit gibt es einen besonders drastischen Mangel an Blutkonserven!

Warum wird nicht veröffentlicht, wo genau in Nordfriesland die bestätigten Fälle sind?

Wo genau die bestätigten Fälle im Kreisgebiet sind, geben wir nicht bekannt. Wir möchten damit die Betroffenen schützen. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, wir würden veröffentlichen, dass es in einem Dorf ein oder zwei Fälle gibt. Dann fängt womöglich das ganze Dorf an zu spekulieren, wer es denn sein könnte.

Übrigens ist es für die eigene Verhaltensanpassung auch nicht wichtig, die genauen Wohnorte der Bestätigten zu kennen. Weil das Virus sowieso unsichtbar und teilweise unerkannt im Umlauf ist, sollte sich jede(r) an die Verhaltenshinweise halten – egal, ob es einen bestätigten Fall in direkter Nähe gibt. Eine Veröffentlichung der genauen Zahlen könnte sogar negativ wirken: Manche, die für den eigenen Wohnort die Fallzahl "0" lesen, fühlen sich dann vielleicht zu sicher und hören auf, die Regeln und Empfehlungen einzuhalten. Das muss verhindert werden.

Wenn es aus Sicht unserer Expertinnen und Experten in bestimmten Situationen Sinn ergibt, die Orte näher zu beschreiben, werden wir von dieser Verschwiegenheit abweichen. Das könnte zum Beispiel sein, wenn plötzlich in einer Gemeinde wegen vieler Fälle das Infektionsrisiko für die Bevölkerung zusätzlich ansteigt. Dann würden wir darüber selbstverständlich berichten.

Wir bitten um Verständnis!

Ihre Kreisverwaltung

Ich wurde vergangene Woche auf das Coronavirus getestet. Wann bekomme ich eine Rückmeldung?

Derzeit sind die Labore stark ausgelastet, sodass eine Testung 2 bis 5 Tage dauern kann. Wurde die Testung über den Hausarzt über die KV veranlasst, wenden Sie sich bitte an den Hausarzt für weitere Informationen. Wenn die Testung durch das Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland veranlasst wurde, dann erhalten die Personen nach bekanntem Testergebnis eine Mitteilung.

Corona-Testungen und Quarantäne: Wie funktioniert das im Kreis Nordfriesland?

Viele Nordfriesen möchten sich gern auf das Coronavirus testen lassen. "Die Labore kommen jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb kann nicht jeder Interessierte getestet werden. Das ist aber auch gar nicht immer notwendig", erklärt die Leiterin des nordfriesischen Kreisgesundheitsamtes, Dr. Antje Petersen.

Wer wird getestet?

Deutschlandweit werden grundsätzlich nur Personen getestet, die grippeähnliche Symptome haben und in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall hatten.

Risikopatienten mit Erkrankungen der Lunge, des Herz-Kreislauf- oder des Immunsystems und Atemwegsbeschwerden sollten mit ihrem Hausarzt telefonisch besprechen, ob ein Test sinnvoll ist.

Bei Pflegepersonal und Ärzten gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen – hier wird unter bestimmten Voraussetzungen engmaschiger getestet.

Wer führt den Test durch?

Abstriche zur Testung nehmen in Nordfriesland sowohl Hausärzte als auch Ärzte vor, die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) damit beauftragt wurden. Oft werden die Patienten an speziell eingerichtete Corona-Ambulanzen der KV verwiesen.

"Ich bitte um Verständnis dafür, dass Patienten auf gar keinen Fall ohne klare Absprache in eine Praxis kommen dürfen. Alle Termine sind telefonisch zu vereinbaren", mahnt die Leiterin des Gesundheitsamtes.

In den Kreis-Kliniken in Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr finden keine Tests statt.

Wer übermittelt das Testergebnis?

Die stark ausgelasteten Labore senden das Testergebnis oft erst nach zwei bis fünf Tagen an den beauftragenden Arzt. Positive Ergebnisse werden zusätzlich dem Gesundheitsamt mitgeteilt, von negativen hingegen erfährt es oft nichts. "Viele rufen trotzdem bei uns an. Aber wir können sie nur an den Arzt verweisen, der den Test in Auftrag gegeben hat", betont Dr. Petersen.

Was ist Quarantäne?

Quarantäne ist eine vorübergehende Isolierung von Personen, die eine ansteckende Krankheit haben oder bei denen ein solcher Verdacht besteht. Sie kann in einer Klinik oder als "häusliche Absonderung" auch zuhause vollzogen werden.

In Zeiten des Coronavirus können Gesundheitsämter eine häusliche Absonderung empfehlen oder anordnen. Die Anordnung erfolgt mündlich und wird anschließend schriftlich bestätigt.

Wer muss in Quarantäne?

Bei an Covid-19 Erkrankten sowie bei Personen, die einen intensiven Kontakt zu diesen hatten, wird eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Gleiches gilt für Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet. Das heißt, zu Hause zu bleiben und zwei Meter Abstand zu Angehörigen zu halten. "Zudem soll eine gute Händehygiene eingehalten werden, nach Möglichkeit nicht gemeinsam gegessen und nicht gemeinsam aus einem Glas getrunken werden. Zahnbürsten und Handtücher sollten nicht gemeinsam genutzt werden", erläutert Dr. Antje Petersen. Auch ein Mund- Nasenschutz könne sinnvoll sein. Bei jedem Nordfriesen in behördlich angeordneter Quarantäne erkundigt sich das Gesundheitsamt ein- bis zweimal täglich nach seinem Befinden.

Wem wird eine freiwillige Quarantäne empfohlen?

Personen, die getestet wurden, aber nicht in einem Risikogebiet waren und keinen Kontakt zu einem Erkrankten hatten, wird dringend empfohlen, bis zum Erhalt des Testergebnisses aus freien Stücken in häuslicher Absonderung zu bleiben.

Auch bei vielen Nicht-Risikogebieten besteht Unsicherheit über die Ansteckungsgefahr vor Ort. Daher rät das Bundesgesundheitsministerium generell allen Einreisenden, freiwillig 14 Tage lang zuhause zu bleiben.

Menschen, die lediglich Kontakt zu einer symptomfreien Kontaktperson hatten ("Kontakt zum Kontakt"), gelten nicht als gefährdet. Bei ihnen werden weder Test noch Quarantäne angeordnet. "Man geht davon aus, dass sie nicht genügend Viren aufgenommen haben, um Dritte anzustecken", unterstreicht Dr. Antje Petersen.

Belegt ein Rezept eine medizinisch akut gebotene Behandlung?

Gem. § 4 Abs. 2 letzter Satz der Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein sind Tätigkeiten der Gesundheits- und Heilberufe mit enger persönlicher Nähe zum Patienten insoweit gestattet, sofern Sie medizinisch akut geboten sind.

Ein Rezept von einem Arzt bedeutet nicht automatisch, dass eine Behandlung wirklich akut geboten ist. Diese Prüfung liegt im Verantwortungsbereich des Behandlers, da diese in ihrem Tätigkeitsbereich am besten entscheiden können, ob eine Behandlung wirklich zum jetzigen Zeitpunkt notwendig ist. Wenn dazu Zweifel bestehen, sollte mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden, der das Rezept ausgestellt hat.

Hausbesuche sind demnach unter den oben stehenden Hinweisen möglich.

Dabei ist natürlich auf die notwendigen Hygienemaßnahmen strengstens zu achten. Jeder Kontakt erhöht das Risiko, das Virus weiter zu verbreiten. Aus diesem Grund ist es auch absolut notwendig, nicht akute Behandlungen zu verschieben.

Ist Corona durch Tiere übertragbar?

Es gibt eine aktualisierte Stellungnahme aus dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zu Corona und Tieren. Sie beinhaltet eine geänderte Sicht auf Katzen (insbesondere Freigänger) von in Quarantäne befindlichen Personen. Als Folge daraus hat das FLI auch seine Handlungsempfehlung geändert.

Das Friedrich-Loeffler-Institut führt Infektionsstudien mit SARS-CoV-2 in Schweinen, Hühnern, Flughunden und Frettchen durch. Erste Ergebnisse zeigen, dass Flughunde und Frettchen empfänglich für eine SARS-CoV-2 Infektion sind, Schweine und Hühner hingegen nicht. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter https://www.fli.de/de/presse/pressemitteilungen/presse-einzelansicht/neues-coronavirus-sars-cov-2-flughunde-und-frettchen-sind-empfaenglich-schweine-und-huehner-nicht/ 

Darüber hinaus hat das Friedrich-Loeffler-Institut seine tiergesundheitlichen Informationen zu SARS-CoV-2 aktualisiert. Änderungen gegenüber der vorherigen Version sind farblich markiert und betreffen u.a. Informationen zu dem Erregernachweis bei einer Katze in Belgien sowie Umgangsempfehlungen mit Haustieren von in häuslicher Quarantäne befindlichen Personen:


LEBEN | ÖFFENTLICHE EINRICHTUNGEN | VERANSTALTUNGEN

Darf ich meine Familie noch besuchen?

Grundsätzlich nein, wenn sie auf einer Insel wohnt und die Besucher selbst nicht mit erstem Wohnsitz auf der Insel gemeldet sind.

Für das Festland gilt:
Veranstaltungen sind grundsätzlich untersagt. Die Kontakte zu anderen Personen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Für Familienbesuche im privaten Raum gilt aber lediglich die dringende Bitte, die Kontakte auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Sie fallen nicht unter das Verbot der Zusammenkünfte im Sinne der entsprechenden Verordnung. Auch sogenannte "Nachbarschaftshilfe" bleibt möglich. In der Intention des Verordnungsgebers sind private (z.B. Feiern oder Partys) und öffentliche (z.B. Volksfeste oder Ausstellungen) Veranstaltungen sowie auch Zusammenkünfte (beispielsweise Treffen von Vereinen, Gesellschaften o.ä) oder Ansammlungen (wie der ungesteuerte Zulauf von Personen auf einem öffentlichen Platz) nicht gestattet.

Alle Reisen aus touristischem Anlass in das Gebiet des Landes Schleswig-Holstein sind untersagt. Dies gilt auch für Reisen, die zu Freizeitzwecken unternommen werden. Grundsätzlich ist eine Einreise zum Besuch der Familie nicht untersagt. Unabhängig davon gilt aber auch für Reisen zu Familienbesuchen die dringende Bitte, dass diese auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren sind. Dies gilt natürlich umso mehr, wenn Risikogruppen, also ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen oder Raucher betroffen sind. Gerade vor dem Hintergrund eines vermeidbaren Risikos sollte auf Familienbesuche freiwillig verzichtet werden und diese auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Dürfen private Veranstaltungen stattfinden?

Nein. Durch das bestehende Kontaktverbot ist eine private Veranstaltung nicht möglich. 

Dazu gehören auch Haushaltsauflösungen.

Was ist mit kirchlichen Veranstaltungen?

Da diese in der Regel öffentlich zugänglich sind, gelten sie gem. der Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein als öffentliche Veranstaltungen verboten.

Auch Konfirmandenunterricht, Konfirmationen und Gruppentreffen kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit werden ausgesetzt. Hochzeiten, Trauerfeiern und vergleichbare religiöse Veranstaltungen in Kirchen sind untersagt.

Dürfen Beerdigungen, Trauerfeiern, Seebestattungen und / oder ein Leichschmaus stattfinden?

Zunächst gelten Beerdigungen/Trauerfeiern/der Leichenschmaus als Zusammenkünfte, die laut der Landesverordnung vom 02.04.2020 (§ 2 Abs. 5) auf das unbedingt notwendige Maß an Teilnehmern zu beschränken.

Die Frage, wie viele Personen an einer Bestattung oder Seebestattung teilnehmen dürfen, ist nicht eindeutig zu beantworten. Grundsätzlich empfehlen wir, dass nur der "engste Familienkreis" teilnimmt. Wer dazu gehört, lässt sich zwar juristisch beantworten, diese Antwort wird aber ethischen Maßstäben nicht unbedingt gerecht werden. Mit der Familie des Verstorbenen sollte möglichst einvernehmlich vorab der Teilnehmerkreis begrenzt werden. Es gilt: So viele wie nötig, so wenig wie möglich oder am besten verschieben. Allerdings kann bei einer Teilnahme von 50 Personen definitiv nicht mehr vom unbedingt notwendigen Maß gesprochen werden. Wichtig ist auch, dass vermieden wird, dass Familienmitglieder aus den verschiedensten Teilen der Bundesrepublik zu einer Beerdigung zusammen kommen, denn das wäre nicht im Sinne des Infekionsschutzes.

Wenn sich die Bestattung oder Seebestattung nicht verschieben lässt, sollten als Faustregel maximal ein Drittel der für die Trauerhalle/Kirche/Schiff zugelassenen Personenzahl teilnehmen. Auf diese Weise dürfte sicherzustellen sein, dass stets der ausreichende Mindestabstand von mindestens 1,50 m zwischen den Personen gewahrt werden kann – auch wenn in einem Trauerfall natürlich gerade die Nähe der Trauernden zueinander notwendig ist.

Weiterhin gilt, Bestattungen und Seebestattungen möglichst zu verschieben.

Für Beerdigungen auf einer der Inseln, wenden Sie sich bitte an team-recht@nordfriesland.de.

An wen muss ich mich wenden, wenn ich eine Ansammlung von mehr als 2 Personen sehe?

In diesem Fall ist das örtliche Ordnungsamt zuständig. 

Welche Regelungen gelten für den Aufenthalt im öffentlichen und im privaten Raum?

Aufenthalt in öffentlichen Bereichen ("öffentlicher Raum"):

Man darf  sich nur alleine ODER mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person ODER im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushaltes im öffentlichen Raum aufhalten.

Zum Kreis der Angehörigen des eigenen Haushalts gehören zum Beispiel

  • beieinander wohnender Familienkreis
  • Patchworkfamilien, die zusammen wohnen
  • Familienangehörige, die regelmäßig mit im Haushalt leben (also gehören auch Kinder dazu, die abwechselnd bei anderen Sorgeberechtigten sind; nicht aber fest außerhalb des Haushalts lebende Familienangehörige)
  • Wohngemeinschaften

Im öffentlichen Raum sind die Kontakte zu anderen Personen auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren und, wo immer möglich, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern, einzuhalten.

Aufenthalt in privaten Bereichen, also auf Privatgrundstücken, in Wohnungen und anderen privaten Einrichtungen:

  • Private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Grillabende oder ähnliche Veranstaltungen sind untersagt. Dies gilt auch in Wohnungen, auf Privatgrundstücken und in privaten Einrichtungen.
  • Kontakte zu anderen Personen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes sind auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren.
  • Besuche der Familie sind weiterhin erlaubt. Hier wird an jeden Einzelnen appelliert, die Besuche möglichst einzuschränken. 

Müssen öffentliche Toiletten geschlossen werden und was muss das Reinigungspersonal beachten?

Die Schließung öffentlicher Toiletten ist nicht erforderlich. Für den Besucher der Toilette besteht keine Gefahr, sofern er sich anschließend die Hände wäscht, und solange die Toilette nicht völlig überfüllt ist. Es sollte allenfalls darauf hingewiesen werden, dass nicht mehrere Personen zur gleichen Zeit dicht an dicht die Toilette nutzen. Warteschlangen im geschlossenen Raum sollten vermieden werden. Die Herren mögen bei der Nutzung des Pissoirs Abstand voneinander halten und nicht ganz dicht nebeneinander stehen.

Für das Reinigungsperson, das ja in der Regel mit Handschuhen arbeitet, besteht gleichfalls keine Gefahr. Auch hier gilt, dass sie sich nach getaner Arbeit die Hände waschen, aber das ist ja sicherlich auch selbstverständlich.

Dürfen Hundeplätze weiter betrieben werden? Wie ist die Nutzung von Hundefreilaufflächen geregelt?

Nach Nr. 10 der Allgemeinverfügung des Kreises vom 17.03.2020 ist der Betrieb von Hundeschulen und Hundesausbildungsplätzen untersagt. Hundefreilaufflächen erwähnt die Nr. 10 nicht.

Ist die Vermietung von Ferienwohnungen, Hotelzimmern u.ä. weiterhin erlaubt?

Ferienwohnungen, Hotelzimmer u.ä. dürfen weiterhin vermietet werden. Aber es darf nicht zur rein touristischen Beherbergung geschehen. An Geschäftsreisende und Personen, die aufgrund einer Dienst- oder Erwerbstätigkeit oder im Rahmen der Ausbildung vorübergehend eine Wohnung mieten (Monteure, Handlungsreisende, Aushilfspflegekräfte, Studenten/Auszubildende/Praktikanten) darf weiterhin vermietet werden.

Sind Non-Food-Geschäfte (z.B. Tedi, Action) und Hybrid-Geschäfte (z.B. Famila, Real) weiter geöffnet?

Non-Food-Geschäfte, also Geschäfte mit dem Schwerpunkt Non-Food, sind zu schließen.

Geschäfte mit mindestens gleichwertigem Anteil an Food- und Non-Food-Angebot dürfen weiter betrieben werden.

Kann ich als Privatperson meinen Sondermüll weiterhin bei den Sortierschleifen und Sondermülllagern abliefern?

Nein. 

Aufgrund der aktuellen Maßnahmen zum vorbeugenden Gesundheitsschutz im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sowie den stark gestiegenen privaten Anlieferungen hat die Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland mbH zusammen mit den Betreibern REMONDIS und VEOLIA entschieden, die Sortierschleifen im Kreis Nordfriesland sowie die Sondermülllager in Ahrenshöft und auf der Insel Sylt ab dem 19. März 2020, 12 Uhr, bis auf Weiteres für den privaten Anlieferer- und Besucherverkehr geschlossen zu halten.

Lediglich gewerbliche Anlieferungen sind dann noch möglich. Damit wollen die Betreiber einen Beitrag zur Reduzierung von Kontakten leisten, um die Regelabfuhr der Abfalltonnen im Kreis Nordfriesland sicherzustellen.

Betroffen sind die Standorte:

  • Sortierschleife und Sondermüllzwischenlager im Abfallwirtschaftszentrum, Borger Weg, Ahrenshöft
  • Sortierschleife im Abfallwirtschaftszentrum Eiderstedt, Ovesweg 1, Kirchspiel Garding
  • Sortierschleife im Abfallwirtschaftszentrum Südtondern, Peter-Schmidts-Weg, Risum-Lindholm
  • Sortierschleife und Sondermüllannahmestelle im Abfallwirtschaftszentrum Sylt, Am Rantum-Becken, Westerland

Welche Sonderregelungen gelten für Wochenmärkte und den Straßenverkauf?

Laut § 5 Abs. 2 S. 2 der Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein "sind nicht ortsgebundene oder temporäre Angebote für den Außerhausverkauf von mitnahmefähigen Speisen ausnahmslos zu schließen." Das bedeutet, dass Imbiss-Betriebe auch auf Wochenmärkten ihre Speisen nicht mehr verkaufen dürfen.

Sortiment der Wochenmärkte:
Die Wochenmärkte sind INSGESAMT (bis auf die o.g. Ausnahmen) sowohl gem. VO als auch lt. Positivliste erlaubt. Dabei sind aber nur die Produkte erlaubt, die laut der Gewerbeordnung auf Wochenmärkten angeboten werden dürfen.

In der Gewerbeordnung heißt es in § 67 "Wochenmarkt":

(1) Ein Wochenmarkt ist eine regelmäßig wiederkehrende, zeitlich begrenzte Veranstaltung, auf der eine Vielzahl von Anbietern eine oder mehrere der folgenden Warenarten feilbietet:

  • Lebensmittel im Sinne des § 2 Absatz 2 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs mit Ausnahme alkoholischer Getränke; zugelassen sind alkoholische Getränke, soweit sie aus selbstgewonnenen Erzeugnissen des Weinbaus, der Landwirtschaft oder des Obst- und Gartenbaus hergestellt wurden; der Zukauf von Alkohol zur Herstellung von Likören und Geisten aus Obst, Pflanzen und anderen landwirtschaftlichen Ausgangserzeugnissen, bei denen die Ausgangsstoffe nicht selbst vergoren werden, durch den Urproduzenten ist zulässig;
  • Produkte des Obst- und Gartenbaus, der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei;
  • rohe Naturerzeugnisse mit Ausnahme des größeren Viehs.

Sind Verkaufsstände ohne Personal erlaubt? (Vertrauensverkaufsstand)

Ein Verkaufstand ohne Personal, lediglich mit einer Vertrauenskasse, ist nur für Hofläden o.ä. erlaubt. Es findet keinerlei Kundenkontakt statt. Bei einem solchen Verkaufsstand besteht daher auch keine erkennbare Gefahr, dass es dort zu einer Weiterverbreitung des Virus kommen könnte. Natürlich werden Gegenstände berührt, aber die Übertragung des Virus über Flächen ist eher unwahrscheinlich. Letztlich geht es bei allen Beschränkungen darum, Kontakte zwischen Menschen zu reduzieren. Ein Vertrauensverkaufsstand trägt nicht zum Kontakt bei.

Dies gilt aber nicht generell für Verkaufsstände bei normalen Non-Food-Geschäften z.B. in der Husumer Innenstadt. Sollten andere Geschäfte diesem Beispiel folgen, wäre das für viele Menschen ein Anreiz zum „Bummeln“, um einfach mal zu schauen, was die Läden denn draußen anbieten. Gerade in Städten mit vielen Geschäften käme es dann wieder zu Menschenansammlungen. Es würde zudem wieder zurückgekehrt zu den Produkten, die derzeit als nicht notwendig für die Grundversorgung erachtet werden.

Sind private Fahrten mit dem eigenen Kanu/Boot erlaubt?

Grundsätzlich ist es nicht verboten, mit dem eigenen Kanu auf dem Fluss unterwegs zu sein. Das gilt auch für Kajaks und Kleinboote, sofern sich auf dem Kleinboot nicht mehr als zwei Personen oder ausschließlich Personen aus dem eigenen Hausstand befinden. Man darf ja auch joggen gehen oder Fahrrad fahren. Die Nutzung des Bootes als Sportgerät wird nicht anders eingeschätzt als das Fahrrad. Problematisch wird es dann, wenn das Boot sich in einem Bootshaus eines Vereins befindet und wenn nicht-öffentliche (vereinseigene) Anlegestellen benutzt werden. Hier ist zu beachten, dass der Betrieb von Freizeitanlagen – dazu gehören auch vereinseigene Bootshäuser – untersagt ist.  Im Übrigen sollten Gruppenausflüge vermieden werden.

Wieso steht vor immer mehr Einkaufsmärkten "Wachpersonal"?

Es kommt derzeit zum verstärkten Einsatz von Wachpersonen am Eingang von bzw. in Supermärkten / Baumärkten. Diese Personen achten z. B. darauf, dass die Kunden in der Warteschlange vor dem Eingang bzw. im Ladengeschäft die erforderlichen Abstände einhalten, sorgen dafür, dass sich nur eine "Corona-verträgliche" Anzahl von Kunden im Ladengeschäft aufhält, desinfizieren teilweise die Einkaufswagen u. ä.

Der Bund-Länder-Ausschuss "Gewerberecht" stellt in Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium klar, dass Tätigkeiten dieser Art grundsätzlich keine - den Begriff der Bewachung erfordernde - aktiven Obhutstätigkeiten (vgl. Nr. 1.3 BewachVwV) und somit keine Bewachungstätigkeiten gemäß § 34a Gewerbeordnung (GewO) darstellen.

Es ist daher ggf. im Einzelfall zu prüfen, ob neben der Einlass- und Abstandskontrolle weitere Aufgaben (z. B. Taschenkontrollen) ausgeübt werden, die eine Bewachung darstellen. Sofern die Tätigkeiten als Ordnerdienste zu qualifizieren sind, findet § 34a GewO keine Anwendung.


LEBENSMITTEL

Bekommen wir für die Geschäftsleitung / unsere Lieferfahrzeuge Bescheinigungen zur Überfahrt auf die Inseln zwecks Belieferung oder Dienstbesprechung?

Der Lieferverkehr für Lebensmittel und andere Versorgungsgüter ist nicht eingeschränkt, es werden keine gesonderten Bescheinigungen benötigt.

Für die Wahrnehmung von Dienstbesprechungen vor Ort gilt das Betretungsverbot nicht, jedoch kann es sein, dass Ihre Mitarbeiter nach dem Zweck der Überfahrt gefragt werden. In diesem Fall reicht es anzugeben, dass sie zur Wahrnehmung eines Dienstgeschäfts unterwegs sind, das zur Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung mit Getränken erforderlich ist. Dienstfahrten auf die Inseln sollten aber grundsätzlich schon zum Eigenschutz nur dann stattfinden, wenn es zwingend erforderlich ist. Nutzen sie die Möglichkeiten von Telefon- und Videokonferenzen, soweit es geht.

Welche besonderen Regeln gelten in dieser Ausnahmesituation für den Lebenmitteleinzelhandel?

Es gibt eine Reihe an detaillierten Präventionsmaßnahmen, die das Gesundheitsamt für Verkaufsstellen empfiehlt und auch als Handreichung zur Verfügung stellt.

  • Die ergriffenen Präventionsmaßnahmen sollte jedes Geschäft bzw. jeder Betrieb gut sichtbar aushängen. Zusätzlich sollte die Informationsplakette der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de) gut sichtbar ausgehängt werden.
  • Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, die die Besucherzahl im Geschäft reduzieren. Welche Maßnahmen hierzu sinnvoll sind, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Es sollte sichergestellt sein, dass die Kunden untereinander einen Mindestabstand von 2 Metern einhalten können. In kleinen Ladengeschäften wäre nötigenfalls das einzelne Eintreten geboten. Die maximale Aufenthaltsdauer im Geschäft sollte auf die tatsächlich benötigte Zeit eines zügig durchgeführten Einkaufs begrenzt werden.
  • Es sollte eine Einlasskontrolle (zur Kontaktvermeidung) erfolgen, dabei sollten Kunden nur nacheinander ins und aus dem Geschäft gelassen werden
  • Es sollte eine Besucherliste geführt werden (mit Vor- und Zuname, Adresse, Telefon-Nr. sowie Datum und Uhrzeit des Besuchs).
  • Es sollten Kunden nach Grippesymptomen befragt und beim Vorliegen entsprechender Symptome nicht ins Geschäft gelassen werden.
  • Es sollten ausreichend Möglichkeiten zur Händehygiene bereitgestellt werden.
  • Darüber hinaus sollte sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden, vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund.
  • Es sollten Kundenberührungen / Händeschütteln vermieden werden.
  • Es sollte die Möglichkeit der Kartenzahlung genutzt werden.
  • Kunden und Mitarbeiter/innen sind gehalten, sich beim Husten und Niesen wegzudrehen und sich dabei die Armbeuge vor Mund und Nase zu halten oder ein Taschentuch zu benutzen, das sofort zu entsorgen ist. Es sollten ausreichend Abfalleimer mit Abdeckung zur Entsorgung zur Verfügung stehen.
  • Alle Gegenstände mit Kundenkontakt sollten regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.
  • Die Mitarbeiter/innen sollten nacheinander Pausen machen und nicht gemeinsam Essen zu sich nehmen.
  • Kugelschreiber sollten nicht gemeinsam von Kunden und Mitarbeiter/innen genutzt werden.
  • Es sind entsprechende Hygienemaßnahmen mit Zulieferern zu treffen.

Führen die "Tafeln" in Nordfriesland Ihre Arbeit fort? Gibt es weiterhin ein Lebensmittelausgabe?

Mahlzeiten:
Das Angebot von warmen Mahlzeiten, welche in den Räumlichkeiten der Tafel eingenommen werden, ist nicht möglich. Eine Vergabe von Mahlzeiten außer Haus ist möglich. Die Übergabe sollte möglichst kontaktarm erfolgen. Abstandsregeln sind zu beachten und es ist auch darauf zu achten, dass sich keine Menschenansammlungen bilden.

Lebensmittelausgabe:
Die Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige ist weiterhin möglich. Hierbei sind die folgenden Regeln zu beachten, die für den Lebensmitteleinzelhandel gelten: Präventionsmaßnahmen für Verkaufsstellen.

Wir stellen Lebensmittel her und versorgen die Bevölkerung. Wie ist der Ablauf bei einem Corona-Fall im Betrieb?

Bei Kollegen der positiv getesteten Person, die auch direkten Kontakt hatten, entscheidet das Gesundheitsamt, wer vorsorglich unter Quarantäne gestellt wird. Sollte das Testergebnis noch ausstehen, ist erst einmal nichts weiter zu beachten. Es sollte hier, wie auch bei positiv getesteten Personen im Betrieb, ganz genau auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geachtet werden! Aber das sollte ja sowieso selbstverständlich sein.

Es sollte sich bewusst gemacht werden, dass es sich hierbei nicht um das einzige Virus im Umlauf handelt. Sprich, das Unternehmen muss genauso handeln, als wenn ein Mitarbeiter eine nachgewiesene Influenza hat.

Generell sollte natürlich kein MItarbeiter, der krank ist, arbeiten. Auch nicht bei einer leichten Erkältung. Darauf sollte noch strenger geachtet werden!

Aus der Zeitschrift "Fleischwirtschaft" Ausgabe 2/2020:

"Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen über den Kontakt mit Produkten, Bedarfsgegenständen oder durch Lebensmittel gibt es, auch beim aktuellen Ausbruch, bisher nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand keine Belege. Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Fleisch und Fleischprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Dabei gelten folgende allgemeine Hygienevorschriften:

  • Rohe Fleischprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten, insbesondere wenn Letztere nicht noch einmal erhitzt werden,
  • Gerätschaften und Oberflächen, die mit rohen Fleischprodukten in Berührung gekommen sind, gründlich mit warmem Wasser und Spülmittelzusatz reinigen, Verpackungsmaterialien, Auftau-Wasser und ähnliches sofort entsorgen,
  • Hände mit warmem Wasser und Seife gründlich waschen und
  • mit rohen Fleischprodukten zubereitete Gerichte gründlich durchgaren, was bedeutet, dass für mindestens zwei Minuten eine Kerntemperatur von 70 °C erreicht werden muss.

Eine Infektion über importierte Waren ist sehr unwahrscheinlich, da im Vorfeld eine Kontamination stattgefunden haben und das Virus nach dem weiten Transportweg noch aktiv sein müsste. Ob das neuartige Coronavirus in flüssigem oder getrocknetem Material mehrere Tage infektionsfähig bleibt, ist unbekannt."

Dürfen sich betriebsfremde Servicetechniker weiter im Betrieb aufhalten?

Ja.

PFLEGE

Welche Einrichtungen dürfen geöffnet bleiben?

Alle Akut-Krankenhäuser (z. B. Riddorf) dürfen weiterhin geöffnet bleiben. Ebenfalls durchgeführt werden alle Anschlussheilbehandlungen, d. h. Behandlungen, die sich unmittelbar an einen Krankenhausaufenthalt anschließen oder maximal 2 Wochen später beginnen.

Welche Vorsorge- und Reha-Einrichtungen sind künftig zu schließen?

Zu schließen bzw. bis auf Weiteres auszusetzen sind Mutter-/Vater-/Eltern-/Kind-Kuren, Kuren für pflegende Angehörige, psychosomatischen Reha-Kliniken (z. B. SPO), ambulante Reha (z. B. Physiotherapie), es sei denn es handelt sich um eine Anschlussheilbehandlung.

Müssen andere stationäre Reha-Einrichtungen auch geschlossen werden?

Nein, derzeit noch nicht. Es wird aber dringend empfohlen, alle verschiebbaren Maßnahmen zu verschieben. In der Regel sind alle Reha-Maßnahmen mit Ausnahme von Anschlussheilbehandlungen verschiebbar.

Müssen die betroffenen Patienten sofort nach Hause?

Nein, Maßnahmen, die bis einschließlich 16.03.2020 begonnen haben, dürfen durchgeführt werden. 

Dürfen Beschäftigte der Diakoniestationen für Menschen in Pflegesituationen weiter einkaufen und die Wohnungen putzen?

Dafür gibt es keine Einschränkungen. Es sollte aber grundsätzlich darauf geachtet werden, dass pflegerische Tätigkeiten von denselben Personen ausgeführt werden, um die Kontaktkette möglichst gering zu halten.

Bei Menschen, die sich in Quarantäne befinden, müssen geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Müssen Tagespflegeeinrichtungen schließen?

Zu schließen sind: Tagespflegeeinrichtungen (also Einrichtungen, in denen Pflegebedürftige tagsüber betreut werden) und Betreuungsgruppen. Nicht betroffen sind vollstationäre Pflegeheime

Wer hilft, wenn ich Angehörige nicht betreuen kann?

In Absprache mit der Einrichtungsleitung kann ein Notbetrieb in Anspruch genommen werden. Personen, die von Angehörigen betreut werden, die in kritischen Infrastrukturen arbeiten (wie bei KiTA), dürfen den Notbetrieb ebenfalls nutzen.

Weil Personen, die in der Tagespflege betreut werden, zu den besonders gefährdeten Personengruppen gehören, wird dringend empfohlen, alle Möglichkeiten der ambulanten Betreuung auszuschöpfen und nicht auf den Notbetrieb zurückzugreifen.

An wen kann ich mich bei Problemen / weiteren Fragen wenden?

Pflegende Angehörige wenden sich bitte an den Pflegestützpunkt unter Tel. 04841 67-710. Einrichtungen kontaktieren die Heimaufsicht, Herrn Sönke Petersen, unter Tel. 04841 67-260 oder per Mail an heimaufsicht@nordfriesland.de.

Gelten im Bereich "Pflege" andere Regelungen für die Testung auf das Coronavirus?

Ja. 

Es werden inzwischen alle Personen getestet, die

  • Symptome jeder Schwere aufzeigen (also auch "nur" Erkältungsanzeichen) und
  • einer Risikogruppe angehören (bei Bewohnern eines Pflegeheims wohl immer gegeben)
  • oder eine Tätigkeit in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus ausüben.

Welche Regelungen umfasst das Betretungsverbot in Krankenhäusern, Pflegeheimen sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen?

Ziffer 6 des Erlasses von Allgemeinverfügungen zum Verbot und zur Beschränkung  von Kontakten in besonderen öffentlichen Bereichen erhält folgende Fassung:

6. Das Betreten von Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie von stationären Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 IfSG ist für Besucher zu untersagen.

Von dem Betretungsverbot auszunehmen sind:

  • Personen, die für die pflegerische, therapeutische oder medizinische Versorgung zwingend erforderlich sind;
  • Personen, die für die Aufrechterhaltung des Betriebes zwingend erforderlich sind, wie beispielsweise Handwerker für nicht aufschiebbare bauliche Maßnahmen am Gebäude sowie Reparaturen an Infrastruktureinrichtungen;
  • Personen, die Waren von Lieferanten an einen fest definierten Punkt in der Einrichtung übergeben.

Ausnahmen von dem Betretungsverbot dürfen die Einrichtungen nur nach strenger Prüfung im Einzelfall zulassen, sofern ein Besuch aus besonderen persönlichen Gründen unter Berücksichtigung des Schutzes der übrigen Mitpatienten bzw. Bewohner sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtung dringend geboten oder medizinisch oder sozial-ethisch erforderlich ist.

Bei der Gewährung von Ausnahmen im Einzelfall sind folgende Vorgaben zu beachten:

  • Auch bei Vorliegen eines Ausnahmefalles vom Besuchsverbot ist zu gewährleisten, dass die Besucherin oder der Besucher registriert wird und die Einrichtung für maximal eine Stunde betritt. Die zeitliche Begrenzung auf eine Stunde gilt nicht für jeweils ein Elternteil oder Erziehungsberechtigte oder Erziehungsberechtigten für Kinder unter 14 Jahren sowie einer Person während der Geburt im Kreissaal.
  • Besucherinnen und Besucher müssen über persönliche Schutz- sowie Hygienemaßnahmen aufgeklärt und angehalten werden, diese dringend einzuhalten.
  • Besucherinnen und Besucher mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen die Einrichtung auch bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen eines Ausnahmefalls nicht betreten.

Den Einrichtungen ist darüber hinaus aufzutragen

  • weitere geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Eintrag von Corona-Viren zu erschweren,
  • Patienten und Personal zu schützen und persönliche Schutzausrüstung einzusparen,
  • Kantinen, Cafeterien oder andere der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen für Patienten und Besucher zu schließen,
  • sämtliche öffentlichen Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, Informationsveranstaltungen etc. zu unterlassen.

Wie ist mit der Aufnahme neuer BewohnerInnen in Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe zu verfahren?

Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 IfSG (nicht unter § 23 Absatz 5 Satz 1 IfSG fallende voll- oder teilstationäre Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen) sowie stationären Einrichtungen nach §§ 67 ff SGB XII ist die Aufnahme neuer Bewohnerinnen und Bewohner oder die erneute Aufnahme eigener Bewohnerinnen oder Bewohner nach einem zwischenzeitlichen auswärtigen Aufenthalt (z.B. Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt, Aufenthalt im familiären Umfeld) zu untersagen.

Eine Aufnahme ist in Absprache mit dem Gesundheitsamt möglich, wenn aufgrund der räumlichen und personellen Gegebenheiten in der jeweiligen Einrichtung vor Ort oder in einer durch das Gesundheitsamt für geeignet befundenen Ausweicheinrichtung eine 14-tägige Isolierung der betreffenden Bewohnerinnen und Bewohner durch räumlich und personell von den übrigen Bewohnerinnen und Bewohnern abgesonderte Versorgung in einer gesonderten Quarantäneeinheit gewährleistet ist (Quarantäne).

Voraussetzungen für die Aufhebung der individuellen Quarantänen nach Ablauf der 14 Tage sind:

  • bei Personen ohne Symptome bei der Aufnahme die Symptomfreiheit,
  • bei Personen mit Erkältungssymptomen die Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden sowie ein negativer SARS-CoV-2-Test,
  • bei positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen die Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden sowie zwei negative SARS-CoV-2-Tests im Abstand von 24 Stunden nach Ende der Symptome, nach Absprache mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt.

Ansprechpartner für weitere Fragen in diesem Zusammenhang ist Sönke Petersen (heimaufsicht@nordfriesland.de).

Darf eine Person, die einer Risikogruppe angehört, weiter in einer Pflegeeinrichtung arbeiten?

Ja.

Aktuell geht unseres Wissens von den Bewohnern keine erhöhte Infektionsgefahr aus. Vielmehr gehören sie als zum Teil mehrfach behinderte Personen zu den besonders zu schützenden Risikopersonen. Eine vorbeugende Krankschreibung des Betreuungspersonals wäre nicht der richtige Weg, einen Eintrag der Covid-19-Infektion in seine Einrichtung zu vermeiden.

Vielmehr ist hier die Gefährdungsbeurteilung nach arbeitsmedizinischen Grundsätzen durch den Arbeitgeber durchzuführen. Beschäftigte, die durch ihr Arbeitsgebiet ( z.B. Intensivpflege) besonderen Risiken zum Beispiel durch Infektionserreger ausgesetzt sind, müssten sich einer arbeitsmedizinischen Untersuchung G 42 unterziehen, in der auch ihre jeweiligen besonderen gesundheitlichen Risiken betrachtet und bewertet werden. Als Ergebnis könnte zum Beispiel herauskommen, dass kein Einsatz in der Betreuung infektiös erkrankter Bewohner erfolgen darf.


REISEN & TRANSPORT

Mein/e Ehepartner/in hat seinen/ihren 1. Wohnsitz auf einer Insel, ich nicht. Darf ich ihn/sie trotzdem besuchen?

Nein. Nur, wenn Ihr/e Ehepartner/in z.B. pflegebedürftig ist oder Sie selbst auf der Insel arbeiten.

Die Meldeämter haben derzeit geschlossen, sodass eine Anmeldung nicht erfolgen kann. Darf ich trotzdem nach Nordfriesland umziehen?

Ja, ein Umzug ist erlaubt. Zur Beweissicherung bei einer Kontrolle sollte der neue Mietvertrag / die Hauskaufunterlagen, die Kündigungsbestätigung der alten Wohnung, bei Arbeitsaufnahme in Nordfriesland der Arbeitsvertrag oder sonstiges vorgelegt werden. Eine Anmeldung muss dann nach erneuter Öffnung der Meldeämter unverzüglich erfolgen.

Darf ich meine Ferienwohnung bzw. mein Ferienhaus weiter vermieten?

Die Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein (SARS-CoV-2-Bekämpfungsverordnung – SARS-CoV-2-BekämpfV) vom 23. März 2020 sagt in § 1 folgendes aus:

§ 1 Beherbergung
Betreibern von Beherbergungsstätten, Campingplätzen, Wohnmobilstellplätzen, Yacht- und Sportboothäfen sowie privaten und gewerblichen Vermietern von Ferienwohnungen und -häusern und vergleichbaren Angeboten ist es untersagt, Personen zu touristischen Zwecken zu beherbergen. Einrichtungen, die ausschließlich touristischen Zwecken dienen, sind zu schließen.

Das gilt auch für den Betrieb von nicht erlaubnispflichtigen Einrichtungen zur Beherbergung von Kindern und Jugendlichen wie insbesondere Jugendfreizeiteinrichtungen, Jugendbildungseinrichtungen, Jugendherbergen, Schullandheim, Ferienlager und Jugendzeltlager.

Derzeit ist es nur untersagt, Personen aus touristischen Gründen zu beherbergen. Beherbergungen aus anderen Gründen sind weiterhin erlaubt. Ein Beispiel: Monteure, die sich aufgrund ihrer Arbeit auf der Insel aufhalten, dürfen weiterhin beherbergt werden.

Dürfen sich Partner mit getrennten Wohnungen gegenseitig besuchen?

Grundsätzlich ist zu unterscheiden, wo die jeweiligen Partner ihren ersten Wohnsitz haben.

Besuche auf der Insel sind nicht mehr erlaubt, außer man ist zur Sorge oder Pflege verpflichtet. Diese zwingenden sorge- oder betreuungsrechtlichen Gründe sind nachprüfbar zu belegen, z.B. durch eine von der Krankenkasse ausgestellte Anerkennung als pflegender Angehöriger.

Auch für gegenseitige Besuche auf dem Festland, ist ein Kontakt auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken. Reisen aus touristischem Anlass in das Gebiet des Landes Schleswig-Holstein sind untersagt. Ziel soll es sein, die Verbreitung des Coronavirus möglichst zu verlangsamen. Hierfür ist der Kontakt zu vielen unterschiedlichen Menschen, auch wenn die Kontakte nacheinander erfolgen, nicht zielführend. Wer aus einem anderen Bundesland nach Nordfriesland reisen möchte, um seinen Partner zu besuchen, darf dieses tun. Es wird aber appeliert, die Besuche so weit es geht einzuschränken. Zudem drüfen keine touristischen Aktivitäten (z.B. Strandbesuche o.ä.) unternommen werden.

Innerhalb von Schleswig-Holstein dürfen sich Partner besuchen.

Ist die Reise zu meinem Zweitwohnunsitz in Nordfriesland erlaubt?

Die Anreise in den Kreis Nordfriesland zur Nutzung einer im Kreis gelegenen Nebenwohnung (sogenannte Zweitwohnung) im Sinne des Bundesmeldegesetzes ist untersagt, wenn diese aus touristischem Anlass im Sinne von §2 der Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein vom 17. März 2020 erfolgt. Dies gilt auch für die Anreise für einen Aufenthalt, der zu Freizeitzwecken, zu Fortbildungszwecken oder zur Inanspruchnahme von vermeidbaren oder aufschiebbaren Maßnahmen der medizinischen Versorgung, Vorsorge oder Rehabilitation erfolgt.  Ausgenommen von der Untersagung sind Personen, die mit Erstwohnsitz im Kreis Nordfriesland gemeldet sind.

Keine touristische Nutzung im Sinne von §2 der Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein vom 17. März 2020 liegt insbesondere vor, wenn

  • die Nebenwohnung aus zwingenden gesundheitlichen, beruflichen sowie aus ehe-, sorge-und betreuungsrechtlichen Gründen genutzt wird,
  • Verwandte 1. Grades, die Ehegattin, der Ehegatte, die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner in der Nebenwohnung ihren derzeitigen Aufenthaltsort haben,
  • eine zwingende Betreuung vonbetreuungs-oder pflegebedürftigen Familienangehörigenin oder bei der Nebenwohnung sichergestellt werden soll,
  • eine am Hauptwohnsitz nicht zu gewährleistende Trennung von Personen vorzunehmen ist, die aufgrund behördlicher Anordnung unter häusliche Quarantäne gestellt wurden, oder
  • zwingende und nicht aufschiebbare Erhaltungs-und Sicherungsmaßnahmen an der Nebenwohnung vorzunehmen sind. Dies gilt nicht für Renovierungsarbeiten.

Aus vergleichbar schwerwiegenden Gründen kann eine Ausnahmegenehmigung von der Untersagung beim Kreis Nordfriesland schriftlich (Kreis Nordfriesland, Marktstraße 6, 25813 Husum) oder per E-Mail (team-recht@nordfriesland.de) unter Darlegung der besonderen Gründe beantragt werden.

Gibt es Ausnahme- / Sonderregelungen bzgl. der Nutzung von Zweitwohnungen?

Ja. Eigentümern von Zweitwohnungen im Kreis Nordfriesland, die ihren Hauptwohnsitz im Kreis Dithmarschen, Kreis Steinburg, Kreis Schleswig-Flensburg, Kreis Nordfriesland oder der Stadt Flensburg haben, dürfen die Zweitwohnungen weiter nutzen.

Wie ist für die Dauer der Nutzungsuntersagung der Zweitwohnungen mit bestehenden Reinigungs- und Gartenpflegeverträgen umzugehen? Muss die Müllgebühr gezahlt werden?

Bezüglich der bestehenden Reinigungs- und Gartenpflegeverträge ist Kontakt mit den jeweiligen Vertragspartnern aufzunehmen.

Für die Müllgebühren gilt der Benutzungszwang völlig unabhängig davon, ob und wieviel man seine Wohnung nutzt. Wer ein Haus hat, ist verpflichtet, sich anschließen zu lassen. Hierfür gibt es keinen Ausnahmetatbestand.

Ich komme aus dem Ausland zurück. Muss ich mich beim Gesundheitsamt melden?

Sofern Personen aus einem Risikogebiet zurückkehren und Symptome aufweisen, besteht eine Meldepflicht beim Gesundheitsamt (Tel.: 04841 67-755). Es wird anschließend im Einzelfall entschieden, ob eine häusliche Quarantäne durch Bescheid angeordnet wird.

In allen anderen Fällen besteht keine Meldepflicht. Es wird dennoch ausdrücklich empfohlen, sich bei der Hotline des Gesundheitsamtes zu melden, um sich zu informieren. Neben den bekannten Risikogebieten besteht bei vielen weiteren Ländern Unsicherheit hinsichtlich der tatsächlichen Expositionsrisiken vor Ort. Daher rät das BMG allen Einreisenden, unabhängig von ihrem Urlaubsort, zu einer freiwilligen 14-tägigen häuslichen Quarantäne.

Wie so eine häusliche Quarantäne bei einer bestätigten Infektion gestaltet werden muss, damit sie auch sinnvoll ist, erklärt dieser Flyer.

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gilt weiterhin das Betretungsverbot nach Nr. 1 der Allgemeinverfügung des Kreises Nordfriesland vom 17.03.2020 (Sonderausgabe 18).

Sind Umzüge nach und innerhalb von Schleswig-Holstein erlaubt?

Die Einreise zur Durchführung eines Umzuges unterliegt derzeit keinem Verbot. Ausnahmen gelten nur für die Inseln. Dort ist ein Umzug derzeit nicht möglich, sofern nicht der erste Wohnsitz auf der jeweiligen Insel bereits besteht. Ein Sonderfall könnte ein Umzug auf die Insel sein, wenn der Umzug mit einer unmittelbar folgenden Arbeitsaufnahme auf der Insel verbunden ist. Das bedürfte einer Einzelfallprüfung. Sofern der Umzug auf die Insel möglich ist hat eine eventuell notwendige Unterstützung nicht durch Privatpersonen, sondern durch ein offizielles Umzugsunternehmen zu erfolgen.

Für Umzüge gilt aber ebenso die Regelung, dass prinzipiell nur die Personen, die zusammen in einem Haushalt wohnen, helfen dürfen.

ABER:
Falls dies einfach nicht so umzusetzen ist (eine alleinerziehende Mutter mit einem Kleinkind kann auch mit einem weiteren Helfer wahrscheinlich keinen Umzug stemmen), dann ist eine Ausnahmegenehmigung möglich. Dazu wenden sich betroffene Personen bitte per E-Mail an team-recht@nordfriesland.de und schildern ihre Situation sowie die weiteren Umstände (wie viele und welche Personen sollen helfen und wann soll der Umzug stattfinden?). Auch dabei gilt natürlich, dass alle Maßnahmen soweit wie möglich eingehalten werden müssen (kein „Feierabend-Bier“ nach getaner Arbeit, regelmäßiges Händewaschen, Personen, die gerade einmal nichts zu tun haben, sollen nicht eng zusammen stehen zum Schnacken etc.). Es gilt: so viele wie nötig, so wenig wie möglich! Die Entscheidung darüber trifft dann das Team Recht.

Gibt es Hilfestellung bei der Weiterreise von Reiserückkehrern nach Nordfriesland (Rückholaktion des Bundes)?

Es gibt derzeit keine Hilfestellung für Reiserückkehrer. Diese müssen die Heimreise selbständig vom Flughafen nach Nordfriesland organisieren.

Was sind sogenannte Risikogebiete und welche gehören konkret dazu?

Das Robert Koch Institut definiert Risikogebiete als Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Zur Festlegung dieser Gebiete zieht das RKI verschiedene Kriterien heran und bewertet die Situation täglich neu. Bei Bedarf werden die Riskiogebiete angepasst.

Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht über alle internationalen Risikogebiete finden Sie hier: https://t1p.de/794j

Internationale Risikogebiete (Stand: 02.04.2020, 19:50 Uhr)

  • Ägypten: ganzes Land
  • Frankreich: ganzes Land
  • Iran: ganzes Land
  • Italien: ganzes Land
  • Niederlande: ganzes land
  • Österreich: ganzes Land
  • Schweiz: ganzes Land
  • Spanien: ganzes Land
  • Südkorea: Daegue und die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
  • USA: ganzes Land
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland: ganzes Land

Seit dem 31.03.2020 weist das RKI keine besonders betroffenen Gebiete in Deutschland mehr aus, da COVID-19 inzwischen deutschlandweit verbreitet ist. In vielen Landkreisen gibt es Ausbrüche mit zum Teil großen Fallzahlen. Das RKI stellt ein Dashboard mit detaillierten Infos zu den einzelnen Bundesländern zur Verfügung, das Sie hier finden: https://t1p.de/ir31. Zu den täglichen Lageberichten des Robert-Koch-Instituts geht es hier: https://t1p.de/wzif.

Welche besonderen Regelungen gelten aktuell für die Schafhaltung (Lammzeit)?

Wenn ein Schäfer oder Schafhalter nach Nordfriesland kommen möchte, um die Betreuung seiner Schafe beim Lammen zu übernehmen, so fällt er unter den Ausnahmetatbestand der Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein. Das bedeuetet, dass diese Personen keine Ausnahmegenehmigung erhalten, allerdings nach Auslegung des § 2 Abs. 1 der Verordnung unter die Ausnahmetatbestände fallen, sodass sie auch ohne Ausnahmegenehmigung einreisen dürfen, da sie aus beruflichen Gründen und nicht zu touristischen Zwecken einreisen möchten.

Viele Schäfer/Schafhalter haben für die Betreuung ihrer Schafe jemanden beauftragt, einmal täglich zu den Schafen zu gehen, um zu kontrollieren, dass alles in Ordnung ist (Sicherungspflicht).

In der Lammzeit erhöht sich die Betreuungsintensität erheblich. So ist es evtl. auch nötig, des nachts die Geburt zu überwachen. Unter dieser Voraussetzung wird eine Ausnahmegenehmigung an die Schäfer/Schafhalter erteilt.

Wie wird die Versorgung von Berufskraftfahrern sichergestellt?

Aus aktuellem Anlass weist das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus auf folgende Rechtsauffassung ihrerseits hin:

Die mittels der SARS-CoV-2-Bekämpfungsverordnung angeordnete Schließung von Gaststätten umfasst nach deren Auffassung nicht die Einstellung auch des Außerhausverkaufs von beispielsweise Nahrungs- oder anderen Versorgungsmitteln, des Sanitärbetriebes oder des Tankbetriebes an Autobahnraststätten oder Autohöfen, wenn sich der Gaststättenbetrieb z. B. in den gleichen Räumlichkeiten wie der Tankstellenbetrieb befindet. Die Versorgung unserer derzeit außerordentlich geforderten Berufskraftfahrer muss unbedingt sichergestellt sein. Das zuständige MInisterium for Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren ist über diese Rechtsauffassung unterrichtet.

Sorgerecht - Darf das Kind zu einem Elternteil nach Schleswig-Holstein reisen?

Die Reisebeschränkung ist keine Rechtfertigung, dem in Schleswig-Holstein lebenden Elternteil den Umgang mit dem Kind zu verwehren. Die Reisebeschränkungen führen zu keiner Beeinträchtigung der Umgangsregelungen, sofern nicht das Elternteil in Schleswig-Holstein oder das Kind in häuslicher Absonderung ist. Ist das Elternteil, bei dem das Kind lebt, in häuslicher Absonderung, wäre für die Dauer der Absonderung dringend zu empfehlen, den Umgang mit dem nicht in häuslicher Absonderung befindlichen Elternteil zu vermeiden.

Darf ich meine Eltern, die auf einer Insel oder Hallig leben, dort weiterhin besuchen?

Grundsätzlich ist der Besuch der Eltern auf Inseln und Halligen nur dann möglich, wenn die Eltern die elterliche Sorge nachweisen können und mit erstem Wohnsitz auf der Insel/Hallig gemeldet sind. Dem Kind ist für die Einreise eine Kopie des Ausweises des jeweiligen Elternteils und ein Nachweis über die elterliche Sorge mitzugeben.

Auf dem Festland beschulte oder dort studierende Inselkinder, die zurück zu Ihren Eltern reisen, sind ein Ausnahmetatbestand. Die Verfügung ist nicht dazu gedacht, Familien auseinanderzureißen. Dies gilt nicht für volljährige Kinder.

Erwachsenen Kindern ist der Besuch ihrer Eltern auf Inseln und Halligen nur gestattet, sofern dieser zur Sorge und Pflege der Eltern erforderlich ist. Grundsätzlich wird allerdings eindringlich dazu geraten, von Besuchen von Personen, die zu Risikogruppen zählen, abzusehen. "Man zeigt derzeit Nähe durch Distanz." (Bundeskanzlerin Merkel)

Sollte die Einreise von volljährigen Kindern zu ihren Eltern auf eine Insel oder Hallig aus zwingenden Gründen dringend notwendig sein, kann eine Ausnahmegenehmigung von der Untersagung beim Kreis Nordfriesland schriftlich (Kreis Nordfriesland, Marktstraße 6, 25813 Husum) oder per E-Mail team-recht@nordfriesland.de unter Darlegung der besonderen Gründen beantragt werden.

Welche Reisebeschränkungen gelten für die Inseln?

Für die Inseln gilt: Touristen müssen spätestens seit 19.03.2020 von den Inseln abgereist sein.

Auf die Inseln dürfen nur Personen reisen, die gem. § 4 Abs. 2 der Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein von einem Betretungsverbot ausgenommen sind.

Wer sich unsicher ist, ob er von einem Betretungsverbot ausgenommen ist, wendet sich bitte an unsere Hotline (Tel.: 04841 67-755) oder nimmt per E-Mail an team-recht@nordfriesland.de Kontakt auf.

Es befinden sich immer noch viele Urlauber in den Tourismusgebieten. Wie wird dort die notwendige Abreise an die Urlauber kommuniziert und wie wird sie kontrolliert?

Das ist Aufgabe der örtlichen Ordnungsbehörden und muss von dort aus beantwortet werden.

Darf ich meinen Arzttermin auf den Inseln wahrnehmen?

Nein. Ein Arztbesuch bildet keine Ausnahme, die durch das Amtsblatt gedeckt ist. Voraussichtlich wird die Praxis den Termin ohnehin selbständig absagen.

Darf ich nach Schleswig-Holstein reisen, um meine Familie zu besuchen?

Für das Festland gilt: Alle Reisen aus touristischem Anlass in das Gebiet des Landes Schleswig-Holstein sind untersagt. Dies gilt auch für Reisen, die zu Freizeitzwecken unternommen werden. Grundsätzlich ist eine Einreise zum Besuch der Familie nicht untersagt. Unabhängig davon gilt aber auch für Reisen zu Familienbesuchen die dringende Bitte, dass diese auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren sind. Dies gilt natürlich umso mehr, wenn Risikogruppen, also ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen oder Raucher betroffen sind. Gerade vor dem Hintergrund eines vermeidbaren Risikos sollte auf Familienbesuche freiwillig verzichtet werden und diese auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Auf den Inseln ist ein Besuch derzeit nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich. Wer sich unsicher ist, ob er unter die Ausnahmen der Landesverordnung fällt und auf eine Insel reisen darf, der soll sich bitte per E-Mail an team-recht@nordfriesland.de wenden.

Darf ich Familienmitglieder in einem anderen Bundesland besuchen?

Die Anreise ist nicht untersagt. Es gibt aber die dringende Bitte, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

Dürfen Verwandte aus anderen Bundesländern herkommen?

Ja, auch zeitlich unbegrenzt. Allerdings dürfen keine touristischen Aktivitäten (z.B. an den Strand fahren o.ä.) unternommen werden. Die Verwandten dürfen nicht in Hotels oder Ferienwohnungen wohnen.

Darf ein Spediteur auf eine Insel/Hallig?

Gemäß der Sonderausgabe 16 vom 16.03.2020 sind Personen, die die Versorgung der Insel- bzw. Halligbewohnerinnen und -bewohner mit Gütern des täglichen Bedarfs sicherstellen, vom Betretungsverbot ausgenommen.

Dürfen private Tiertransporte durchgeführt werden?

Gewerbliche Tiertransporte nach und durch Schleswig-Holstein sind nicht eingeschränkt. Das gilt auch für die Inseln. Private Tiertransporte nach Schleswig-Holstein sind möglich, wenn der Tiertransport nicht rein touristischen Zwecken dient. Erlaubt wäre zum Beispiel, ein Pferd, das von einem Schleswig-Holsteiner gekauft wurde, nach Schleswig-Holstein zu bringen. Dies gilt aber nur für das Festland. Für die Inseln wäre ein solcher Tiertransport nur für Personen mit einem Erstwohnsitz auf der betroffenen Insel gestattet.

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