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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

29.08.2019

Aus den Akten des Jobcenters NF: eine Erfolgsgeschichte in Bredstedt

»Wir freuen uns, dass wir Frau Petersen haben« – so fasst Detlef Nissen, der Inhaber des Bredstedter Bestattungshauses Martensen und Nissen, das Ergebnis einer Stellensuche zusammen, die nach vielen Jahren ein glückliches Ende gefunden hat.

Melanie Petersen schloss 1999 ihre Ausbildung zur Altenpflegerin ab und arbeitete danach jahrelang in ihrem Beruf. Nach der 2014 beendeten Babypause hatte sie es auf dem Arbeitsmarkt als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern schwer: Mehr als ein Minijob war nicht möglich.

Ihre Fallmanagerin Finja Nissen aus dem Jobcenter im Sozialzentrum Mittleres Nordfriesland in Breklum hielt den regelmäßigen Kontakt zu ihr. »Frau Petersen hat trotz mancher Rückschläge nie den Mut verloren, sondern immer wieder in verschiedenen Berufsfeldern Anstrengungen unternommen«, erinnert sie sich.

Initiativbewerbung bei Bestattungsinstitut

Im letzten Jahr kam Melanie Petersen aufgrund persönlicher Erfahrungen auf die Idee, als Bestatterin zu arbeiten. Sie wandte sich an Detlef Nissen, der nach kurzer Überlegung bereit war, sie als Praktikantin einzustellen.

»Praktika sind häufig die beste Gelegenheit für Arbeitsuchende und auch für Arbeitgeber, zu prüfen, ob das Berufsfeld das richtige ist und ob die Beteiligten im Alltag harmonieren«, berichtet Finja Nissen. Nach drei Monaten stellten Detlef Nissen und Melanie Petersen gemeinsam fest: Es passt.

Verantwortungsbewusst, engagiert, selbständig

Melanie Petersen fiel der Umgang mit den Angehörigen Verstorbener mit der Zeit immer leichter. »Es ist ein gutes Gefühl, Menschen in Krisensituationen helfen und sie ein wenig entlasten zu können«, sagt sie.

Ihr Chef bestätigt, dass seine Praktikantin schon nach kurzer Einarbeitungszeit bereit war, Verantwortung zu übernehmen: »Sie ist sehr engagiert, handelt selbständig und bringt das nötige Feingefühl mit«, unterstreicht er.

Jobcenter unterstützt beide Seiten

Finja Nissen half beiden Seiten, letzte Hürden zu überwinden: Das Jobcenter übernahm die Reparaturkosten für das kleine Auto, das Melanie Petersen für den Weg zur Arbeit braucht, und bezuschusste eine Grundausstattung mit Arbeitskleidung.

Und dem Betrieb wurde – als Ausgleich für die Aufnahme einer Kraft ohne Vorerfahrung im Bestattergewerbe – ein Lohnkostenzuschuss gewährt.

Endlich kann der Chef Urlaub machen

Heute, nach einem Jahr, ist Melanie Petersen nach wie vor überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben: »Inzwischen fahre ich manchmal schon allein zum Krematorium. Ich bin stolz darauf, dass mein Chef mir vertraut.«

Und Detlef Nissen freut sich: »Meine Frau und ich konnten nach langer Zeit endlich mal wieder eine Woche Urlaub machen, weil wir wussten, dass wir uns auf Frau Petersen verlassen können. Sie hat in unserer Abwesenheit alles souverän geregelt, und die Kunden haben sie als Ansprechpartnerin akzeptiert.«

Dezentral organisiert, zentral koordiniert

Der Leiter des Jobcenters Nordfriesland, Axel Scholz, hebt Melanie Petersens Eigeninitiative hervor: »Das war vorbildlich. Hier mussten wir im Wesentlichen nur noch Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Andere Fälle machen uns deutlich mehr Mühe.«

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählt Scholz in etlichen Fällen die Präsenz der sieben nordfriesischen Jobcenter in der Fläche: »Die dezentrale Organisation mit der zentralen Koordinierung durch den Kreis bewährt sich immer wieder. Dazu gehört allerdings auch, dass die Fallmanager in den Jobcentern häufig aus der jeweiligen Region stammen.«

Fallmanagerin in der Region verwurzelt

Finja Nissen ist in der Region aufgewachsen, zur Schule gegangen und arbeitet jetzt in Breklum. »Dadurch kenne ich viele meiner Kunden und auch viele Arbeitgeber ohnehin schon persönlich. Das macht den Kontakt und die Zusammenarbeit häufig viel leichter«, berichtet sie.

Jobcenter arbeitet schnell und unkompliziert

Detlef Nissen empfindet es ebenso: »Als Frau Nissen vor unserer Tür stand, um über Details des Praktikums für Frau Petersen zu sprechen, haben wir alles ganz schnell und unkompliziert geregelt. So würde man sich die Zusammenarbeit mit allen Behörden wünschen.«

Stark. Sozial. Vor Ort.

An dieser Stelle zitiert Axel Scholz das Motto der bundesweit 104 kommunalen Jobcenter: »Stark. Sozial. Vor Ort: So wollen wir arbeiten, und es ist schön, wenn uns bestätigt wird, dass das auch gelingt.«

Kommunale Trägerschaft bewährt

Landrat Dieter Harrsen gehört seit dem Beginn im Jahre 2005 zu den bekennenden Fans der kommunalen Trägerschaft der Arbeitsvermittlung. Auch er steht unverändert hinter dem Modell: »Der Erfolg mit über 26.000 Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gibt uns Recht: Kreis und Kommunen sind auf dem richtigen Weg!«

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