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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

21.06.2016

Friesische Flyer für Flüchtlinge

Das Nordfriisk Instituut in Bredstedt hat in Zusammenarbeit mit dem Kreis Nordfriesland einen Flyer für Flüchtlinge erstellt. Er vermittelt auf Arabisch, Kurdisch, Persisch, Russisch, Englisch und Deutsch Informationen über die Friesen und Nordfriesland. »Sie sind geflüchtet und Sie leben jetzt in Deutschland. Nordfriesland ist ein besonderes Stück Deutschland«, heißt es auf dem Flyer zur Begrüßung.

Professor Dr. Thomas Steensen und Dr. Claas Riecken vom Bredstedter Institut stellten die Flyer bei einem Pressegespräch am 16. Juni 2016 im Nordfriisk Instituut vor. Der Integrationsbeauftragte der Kreisverwaltung, Peter Martensen, und sein Stellvertreter, Felix Carl, haben den Flyer mit auf den Weg gebracht.

Auf acht Seiten und unterstützt von Fotos werden Grundzüge der nordfriesischen Geschichte und Lebensweise dargestellt, zum Beispiel dass die meisten Nordfriesen zur Begrüßung »Moin« sagen, dass die Autos im Kreis alle NF-Kennzeichen haben, dass es Ebbe und Flut gibt, dass den nordfriesischen Frauen seit Jahrhunderten eine besondere Eigenständigkeit zugeschrieben wird und dass es im deutsch-dänisch-friesischen Grenzland seit über 150 Jahren keinen blutigen Streit um die Grenze mehr gegeben hat.

Versand Ende Juni

Die Kreisverwaltung ließ den Text in vier Sprachen übersetzen: Arabisch, Kurdisch, Persisch sowie Russisch, das von fast allen Armeniern und Tschetschenen verstanden wird. Einige Restarbeiten sind noch zu erledigen, bevor Ende Juni insgesamt 750 Stück gedruckt werden.

Der Kreis wird sie an die Asylbetreuungsstellen der Ämter und Städte weiterleiten. Sowohl das Nordfriisk Instituut als auch der Kreis wollen den Flyer in allen Versionen auf ihren Internetseiten zum Herunterladen bereitstellen.

Erste Rückmeldungen positiv

Die erste Auflage finanziert das Nordfriesische Institut selbst. »Wenn die Resonanz gut genug ist, wird es uns sicherlich gelingen, die Mittel für eine zweite Auflage einzuwerben«, erwartet Peter Martensen.

Erste Rückmeldungen sind positiv: »Die meisten Flüchtlinge interessieren sich sehr für ihre neue Umgebung und die regionale Kultur«, stellte Felix Carl fest.

Traditionelle Weltoffenheit der Friesen zeigen

Die Idee zum Flyer ist aus vielen Gesprächen entstanden. Dabei sei der Wunsch aufgekommen, dass die heimische Geschichte und Kultur Nordfrieslands den Flüchtlingen so nahegebracht werde, dass ihnen das Einleben leichter falle, dass ihnen die Hand gereicht werde und gleichzeitig die eigenen Traditionen und Werte der Nordfriesen deutlich würden, erklärte Steensen.

»Es soll klar werden, woher wir kommen, wofür wir stehen und was unseren Charakter ausmacht. Kommunikation ist wichtig, um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen«, ergänzte Riecken, der den Text verfasst hat.

»Friesisch und Nordfriisk Instituut sind nicht nur etwas für die friesische Volksgruppe, sondern stehen für die traditionelle Weltoffenheit der Friesen. Das wollen wir in Zukunft gerne noch mehr zeigen«, schloss Thomas Steensen.

Der erste Schritt zum Verständnis 

»In der Sprachenlandschaft Nordfriesland, in der Deutsche, Friesen und Dänen friedlich zusammen leben, empfinden wir die kulturellen Besonderheiten unserer Minderheiten als Bereicherung. Dieses gute Miteinander ist nicht selbstverständlich«, betonte Landrat Dieter Harrsen.

Er dankte dem Nordfriesischen Institut für seine Initiative: »Information ist der erste Schritt zum Verständnis und damit zur Integration. Doch wir Einheimischen sollten ebenso unser Interesse für die unterschiedlichen Kulturen zeigen, aus denen unsere Zuwanderer stammen. Denn auch sie werden unser Leben künftig beeinflussen und bereichern.«

Flüchtlingswoche in Husum und Friedrichstadt

Peter Martensen wies auf die Ausstellung »Before the war… Flüchtlinge zeigen ihre Heimatstadt« hin, die am Montag (20.) um 18 Uhr im Husumer Rathaus eröffnet wird. Darin stellen Mitglieder der Husumer Flüchtlingsgruppe Nordhafen ihre Heimatstädte sowie ihr Leben und ihre Kultur vor dem Krieg vor. Die Veranstaltung gehört zum Programm der Flüchtlingswoche, die vom 20. bis zum 25. Juni in Husum und Friedrichstadt stattfindet.

(Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung des Nordfriisk Institut und des Kreises Nordfriesland.)