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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

Konzept der Frühen Hilfen im Kreis Nordfriesland

Frühe Hilfen haben sich zu einem neuen, die bestehenden Sozialleistungssysteme ergänzenden und verbindenden Versorgungselement für (werdende) Eltern sowie Familien mit Säuglingen und Kleinkindern in Deutschland etabliert. Diese Entwicklung hat auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene stattgefunden. So fördert das Land Schleswig-Holstein seit 2006 Maßnahmen im Bereich frühzeitiger Hilfen und bietet fachliche Unterstützung in Form regelmäßiger Fachaustausche an. Auf Bundesebene waren die Gründung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) im Jahr 2007 und die Verabschiedung des Bundeskinderschutzgesetzes 2012 – mit der daraus resultierenden „Bundesinitiative Frühe Hilfen“ – entscheidende Schritte, die zur Weiterentwicklung der frühzeitigen Unterstützungsangebote für Familien beigetragen haben und deutliche Auswirkungen auf die kommunale Arbeit im Bereich Früher Hilfen zeigten. Mit der ab 2018 in Kraft tretenden Bundesstiftung Frühe Hilfen werden diese Entwicklungen nun etabliert und verstetigt. Aus Qualitätssicherungsaspekten sind für diese Bundesförderung kommunale Gesamtkonzepte als förderrelevante Voraussetzung definiert worden.

Frühe Hilfen bilden lokale und regionale Unterstützungssysteme mit koordinierten Hilfeangeboten für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren mit dem Schwerpunkt auf der Altersgruppe der 0-3 jährigen. Sie zielen darauf ab, Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Neben alltagspraktischer Unterstützung wollen Frühe Hilfen insbesondere einen Beitrag zur Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz von (werdenden) Müttern und Vätern leisten. Damit tragen sie maßgeblich zum gesunden Aufwachsen von Kindern bei und sichern deren Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe.

Frühe Hilfen umfassen vielfältige sowohl allgemein als auch spezifische, aufeinander bezogene und einander ergänzende Angebote und Maßnahmen. Grundlegend sind Angebote, die sich an alle (werdenden) Eltern mit ihren Kindern im Sinne der Gesundheitsförderung richten (universelle/primäre Prävention). Darüber hinaus wenden sich Frühe Hilfen insbesondere an Familien in Problemlagen (selektive/sekundäre) Prävention. Frühe Hilfen tragen in der Arbeit mit den Familien dazu bei, dass Risiken für das Wohl und die Entwicklung des Kindes frühzeitig wahrgenommen und reduziert werden. Wenn die Hilfen nicht ausreichen, eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden, sorgen Frühe Hilfen dafür, dass weitere Maßnahmen zum Schutz des Kindes ergriffen werden.

Frühe Hilfen basieren vor allem auf multiprofessioneller Kooperation, beziehen aber auch bürgerschaftliches Engagement und die Stärkung sozialer Netzwerke von Familien mit ein. Zentral für die praktische Umsetzung Früher Hilfen ist deshalb eine enge Vernetzung und Kooperation von Institutionen und Angeboten aus den Bereichen der Schwangerschaftsberatung, des Gesundheitswesens, der interdisziplinären Frühförderung, der Kinder- und Jugendhilfe und weiterer sozialer Dienste.

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