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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

21.11.2013

Anhörung zur aktuellen Situation der Minderheiten in Nordfriesland im Husumer Kreishaus

Am 19. November 2013 fand im Husumer Kreishaus eine Anhörung der Minderheiten-Organisationen sowie des Plattdeutschen Zentrums statt. Federführend war der Kreis-Kultur- und Bildungsausschuss unter dem Vorsitz von Gary Funck.

Es beteiligten sich Vertreter der friesischen Volksgruppe, der dänischen Minderheit, der Sinti und Roma sowie die Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Renate Schnack.

In den Redebeiträgen wurde deutlich, dass sich die landespolitische Lage für die Minderheiten verbessert hat. Das zeigt sich etwa durch die schrittweise Erhöhung des Landeszuschusses für das Nordfriisk Instituut von 230.000 Euro auf 440.000 Euro, aber auch durch die engagierte Arbeit der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack.

Auch das Verhältnis zum Kreis Nordfriesland hat sich gut entwickelt, wie mehrere Redner betonten. Besonders hervorgehoben wurde der Minderheitenbericht des Kreises, der sich durch die Fortschreibung zu einem Steuerungsinstrument entwickeln soll

Gary Funck: In Gemeinden muss mehr passieren

Der Ausschussvorsitzende Gary Funck betonte die Verantwortung der Gemeinden und Ämter beim Minderheitenschutz und der Sprachpflege, ohne dabei jedoch den Kreis aus der Verantwortung lassen zu wollen. »Aber dort in den Gemeinden werden Friesen und Dänen täglich mit der Existenz oder besser Nichtexistenz ihrer Sprache konfrontiert, da muss mehr passieren«, sagte Funck.

Sprachenvielfalt sichtbarer machen

Gemeinsame Ziele aller Minderheiten und des plattdeutschen Zentrums sind der Erhalt der »kleinen« Sprachen, der Wunsch, von der Mehrheitsbevölkerung offener und interessierter wahrgenommen zu werden sowie die Idee, die nordfriesische Sprachenvielfalt etwa auf Schildern und im Internet sichtbarer zu machen.

Deutlich wurde, dass ganz Nordfriesland vom großen Engagement der Minderheiten profitiert.

Minderheitenbericht für Kreistag im Frühjahr

Anlass der Veranstaltung war der Beschluss des Kreistages vom 13. September dieses Jahres, zu Beginn jeder Wahlperiode eine öffentliche Anhörung durchzuführen. Der Kreistag möchte regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Minderheiten informiert werden, um gegebenenfalls unterstützend tätig werden zu können.

Die Ergebnisse der Anhörung werden in den Minderheitenbericht des Kreises aufgenommen, der im Frühjahr 2014 erscheint.

Teilnehmende Organisationen

An der Anhörung nahmen teil: Friesenrat Sektion Nord, Friisk Foriining, Nordfriesischer Verein, Nordfriesisches Institut, Friesischer Jugendverein »Rökefloose«, Öömrang Ferian, Sydslesvigsk Forening (SSF), Dansk Skoleforening for Sydslesvig, Sydslesvigsk dansk Ungdom (SdU), Plattdeutsches Zentrum Leck, Landesverband der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein.