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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

16.01.2017

Kreisarchiv erleichtert Heimatforschern die Arbeit

Das nordfriesische Kreisarchiv nutzt neue Möglichkeiten der Informationstechnologie, um Heimatforschern die Suche zu erleichtern.

»Wir geben unsere Aktenbestände in eine neue Datenbank ein, die sehr komfortable Suchmöglichkeiten eröffnet. Unter www.findbuch.net ist sie für jedermann im Internet zugänglich«, erläutert die Leiterin des Kreisarchivs, Almut Ueck.

Die ersten 40 von den rund 390 »Beständen« des Archivs sind bereits geschafft. Unter einem Bestand verstehen Archivare eine zusammengehörende Gruppe von Archivgut aus einer Verwaltungseinheit beziehungsweise Behörde. Auch der Nachlass einer Person oder Familie sowie eine Fotosammlung können einen eigenen Bestand bilden.

vom PDF ...

»Bei uns stehen die Akten im Vordergrund. Wir archivieren die Bestände von vier Kreisen, 40 Ämtern und 106 Gemeinden. Alle sind oder waren Verwaltungen auf dem Gebiet des jetzigen Kreises Nordfriesland«, zählt Almut Ueck auf. Dazu kommen die Register von 50 Standesämtern, deren erläuternde Vorworte nun auch im Internet hinterlegt werden.

Vor rund 15 Jahren begann das Kreisarchiv, seine Findbücher im PDF-Format auf der Seite www.nordfriesland.de ins Internet zu stellen. Ein Findbuch enthält eine sehr kurze Angabe zum Inhalt jeder einzelnen im Archiv gelagerten Akte. So listet etwa das »Findbuch des Bestandes Amt Tating« unter dem Aktenzeichen C25-151 die Akte »Verschiedenes, Gemeinde Tating« aus den Jahren 1944 bis 1951 auf und erwähnt, dass sie unter anderem das Verzeichnis der vorhandenen Rinder am 15. August 1944 sowie Pfändungsbefehle enthält.

... zur Datenbank mit Mailfunktion

Um erfolgreich suchen zu können, musste ein Heimatforscher bisher zunächst in Erfahrung bringen, in welchem längst aufgelösten Amt das Ereignis passiert ist, das ihn interessiert, und dann meist noch eine Reihe von Findbüchern durchsehen. Mit Findbuch.net geht es deutlich schneller: Die Datenbank erlaubt die Suche nach Wortkombinationen und nach bestimmten Jahren.

Die Suchergebnisse lassen sich wie in einem Online-Shop einem »Warenkorb« hinzufügen und per Knopfdruck zusammen mit einem Terminwunsch ans Kreisarchiv senden. »Wenn der Interessent bei uns eintrifft, warten die bestellten Akten dann schon auf ihn«, verspricht Almut Ueck. Kosten werden den Heimatforschern nicht in Rechnung gestellt.

Protokolle 1946-1970

Landrat Dieter Harrsen, der seit den 1970-er Jahren an etlichen Sitzungen des Kreistages teilgenommen hat – zunächst als Protokollführer, dann als Kommunalpolitiker und seit 2007 als Verwaltungschef –, freut sich besonders über einen weiteren neuen Datenbestand: Das Kreisarchiv hinterlegt die Protokolle der Kreistage und Kreisausschüsse der Altkreise Südtondern, Husum und Eiderstedt von 1946 bis 1970 in Findbuch.net.

»In vielen Sitzungen wurde damals heiß debattiert, und viele der damals getroffenen Entscheidungen beeinflussen unser Leben bis heute«, weiß der Landrat. Rund 500 Besucher verzeichnet das Kreisarchiv jährlich. »Ich kann mir gut vorstellen, dass es jetzt noch mehr werden, weil man nun viel schneller findet, was man sucht«, erwartet Harrsen.

Die eingescannten Gremienprotokolle werden im PDF-Format verfügbar und ebenfalls nach Stichworten und Jahren durchsuchbar sein.

Digitalisierung vom Land gefördert

Die Digitalisierung der Protokolle wurde vom Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein gefördert. Das Projekt »Digitalisierung und Massenentsäuerung von Protokollen des Kreistages und der Fachausschüsse 1945-1970« wurde unter dem Titel »Erhalt schriftlichen Kulturgutes« von drei Kreisarchiven gemeinsam durchgeführt. Beteiligt waren neben Nordfriesland auch Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Die Digitalisierung fand in Dresden und die Entsäuerung in Leipzig statt.

Insbesondere das qualitativ oft schlechte Papier der Nachkriegszeit enthält so viel Säure, dass es mittlerweile zu zerfallen droht. Für die Digitalisierung und Entsäuerung des Bestandes des nordfriesischen Kreisarchivs wandte das Land 15.000 Euro auf.

Bei der Digitalisierung werden große TIFF-Dateien erzeugt, die die Kreisarchive anschließend in das im Internet gebräuchliche PDF-Format umwandeln.

Öffnungszeiten

Das Kreisarchiv ist dienstags von 8:30 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Termine können unter Tel. 04841 8062-104 oder per E-Mail unter kreisarchiv@nordfriesland.de abgestimmt werden. Das Archiv befindet sich in der Asmussenstraße 19 in Husum.