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Foto: Bernd Höfer, Breklum

Kreishaus in der Marktstraße in Husum

07.11.2019

Gute Zusammenarbeit im nordfriesischen Katastrophenstab

Am 4. und 5. November glühten im Husumer Kreishaus Köpfe und Telefone. Grund war eine Übung des nordfriesischen Katastrophenstabes: Fachleute der Landesfeuerwehrschule in Harrislee hatten ein Katastrophenszenario ausgearbeitet, das auf massiven Überschwemmungen im Kreis Pinneberg basierte. Zwei Tage lang überzogen sie die Nordfriesen mit einer Gefahrenmeldung nach der anderen: Hauptstraßen waren überschwemmt, Elbdeiche drohten zu brechen, Altenheime und Köge mussten evakuiert werden.

»Es ging Schlag auf Schlag. Wir haben uns gefühlt wie in einer richtigen Katastrophenlage, bei der sich die Ereignisse ja auch überschlagen können«, berichtet Landrat Florian Lorenzen.

Die Aufgabe des Stabes in der Übung war die gleiche wie im richtigen Leben: Er sollte aus der Ferne die Einsatzkräfte leiten, Prioritäten setzen, Nachschub wie etwa Sandsäcke und Transportmittel heranschaffen, Notunterkünfte bereitstellen und ausgeruhte Kräfte organisieren, die erschöpfte Helfer ablösen konnten.

»Natürlich fehlen uns die Ortskenntnisse, aber das Ziel der Übung war es ja, die Zusammenarbeit im Stab einzuüben«, erklärt Hauke Boller, der Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste im Husumer Kreishaus und im Ernstfall der Leiter des Katastrophenstabes.

Ein Stab voller Fachleute

Zum Stab gehören Fachleute für bestimmte Bereiche: Einer für die Organisation und für die Nachführung frischer Hilfskräfte, zwei für die aktuelle Lagekarte, je einer für die Koordination von Feuerwehr, THW, Polizei, Bundespolizei, DRK, DLRG, Bundeswehr, Rettungsdienst und dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, einer für die Versorgung mit Material, einer für die Pressearbeit, einer für Social Media, einer für die technischen Kommunikationswege und einer, der die eingehenden Nachrichten auswertet und weitergibt.

Dank für ehrenamtliche Mitarbeit

Für Florian Lorenzen war es die erste Übung dieser Art. »Nach einer Orientierungsphase zu Beginn fand der Stab schnell in die Arbeit hinein. Völlig unverzichtbar waren dabei die profunden Fachkenntnisse der ehrenamtlich tätigen Fachberaterinnen und -berater von Feuerwehr, THW, DRK, DLRG und der Psychosozialen Notfallversorgung. Ich habe oft bewundert, wie sicher und kreativ sie auf die eingespielten Aufgabenstellungen reagierten, obwohl sie sich in Pinneberg ja auch nicht auskannten«, sagt der Landrat.

Nächste Übung in Vorbereitung

Am Ende der beiden Tage waren die rund 20 Experten der Landesfeuerwehrschule mit dem nordfriesischen Stab sehr zufrieden. »Wir begreifen uns als Team, in dem jeder für den anderen mitdenkt und hilft, wo er oder sie kann. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Gruppe von rund 35 Menschen, darunter viele Neulinge in dieser Funktion, so gut und offen kommuniziert«, fasst Stabsleiter Boller die Bewertung der Prüfer zusammen.

Trotzdem hat die Übung auch Verbesserungspotenzial aufgezeigt: »An einigen Stellen müssen wir etwa bei der Personalausstattung und der IT noch nacharbeiten. Aber insgesamt habe ich den Eindruck gewonnen, dass dieser Stab auch heute schon in der Lage ist, einer Katastrophenlage Herr zu werden«, freut sich Florian Lorenzen.

Doch auch er weiß, dass regelmäßige Übungen das A und O des Katastrophenschutzes sind. Deshalb hat er bereits den Auftrag erteilt, die nächste größere Übung im kommenden Jahr vorzubereiten.

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